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Zuletzt aktualisiert: 11.11.2011 um 20:30 UhrKommentare

Gewerkschaft entdeckt die Leiharbeiter

Firmen decken ihren Personalbedarf bereits mit bis zu 40 Prozent durch Leiharbeiter, kritisieren die Arbeitnehmervertreter.

Schnell geholt, schnell wieder gefeuert: Leiharbeiter werden zunehmend zum beliebten Spielkapital

Foto © SYMBOLBILD FUCHS Schnell geholt, schnell wieder gefeuert: Leiharbeiter werden zunehmend zum beliebten Spielkapital

Es reißt mehr und mehr ein, dass Unternehmen dauerhaft Leiharbeiter statt eigener Arbeitskräfte beschäftigen. Viele Unternehmen haben schon bis zu 40 Prozent geliehene Arbeitskräfte", kritisiert Franz Gosch, Chef der steirischen Christgewerkschafter. Einen Grund sieht er darin, dass Konzernspitzen den Personalkostenanteil einfrieren: "Die Ausgaben für Leiharbeiter gelten in der Bilanz nämlich als Sachkosten und werden nicht beim Personalaufwand schlagend." Die Folge dieser im Unternehmensrecht erlaubten "Bilanztricks" seien immer mehr zweitklassige und schlecht abgesicherte Jobs. "Der Mensch im Betrieb darf nicht zur Sache werden", lautet eine Grundbotschaft des Gewerkschafters.

Unterstützung erhält Gosch in seinem Kampf für die Besserstellung von Leiharbeitskräften von Willibald Ahrer, Arbeiterbetriebsrat bei Georg Fischer in Altenmarkt, der wie andere Arbeitnehmervertreter in der Industrie auch, die Erfahrung macht, dass nicht nur Produktionsspitzen mit Zeitarbeitskräften abgedeckt werden, sondern für den Regelbetrieb eingesetzt werden. Sie sind dann aber auch die Ersten, die wieder gehen müssen, wenn die Aufträge sinken. Die allgemeine Beobachtung in der Branche sei, dass nach der Krise in den Jahren 2008/09 Stammbelegschaften abgebaut und durch Leiharbeiter ersetzt worden seien. "Leiharbeiter dürfen nicht zu Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zweiter Klasse werden, auch sie haben Familien zu versorgen und Kreditraten zu zahlen", sagt Ahrer, der die Nöte der Betroffenen aus erster Hand kennt.

Da die Mitarbeiter von Leiharbeitsfirmen ein weitaus höheres Arbeitslosenrisiko haben, fordert die FCG für diese Gruppe ein höheres Arbeitslosengeld. "Wir wollen statt dem generellen Anspruch der Nettoersatzrate von 55 Prozent für Leiharbeiter 75 Prozent." Die Mehrkosten sollen laut Vorstellung der Gewerkschafter über höhere Dienstgeberbeiträge gedeckt werden. "Statt der drei Prozent vom Bruttolohn für die Arbeitslosenversicherung soll die Zeitarbeitsbranche fünf Prozent zahlen. Das unternehmerische Risiko von Leiharbeitsfirmen hält sich in Grenzen, also ist das nur gerecht", sind Gosch und Ahrer überzeugt. Gefordert wird auch die Übernahme in die Stammbelegschaft nach einem Jahr Beschäftigung.

UTE GROSS

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