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Zuletzt aktualisiert: 18.01.2008 um 19:00 Uhr

Feuerwehr-Kommandanten diskutierten mit Voves

Mehr als Smalltalk: 150 Feuerwehr-Kommandanten aus dem Bezirk trafen Landeshauptmann Franz Voves. Vier Stunden lang wurden "heiße Eisen" angefasst.

Landeshauptmann Mag. Voves im Gespräch mit Feuerwehrkommandanten des Bezirk Liezen

Foto © Siegfried GallhoferLandeshauptmann Mag. Voves im Gespräch mit Feuerwehrkommandanten des Bezirk Liezen

Presseeinladung zur Regionalkonferenz: Der Landeshauptmann trifft die Feuerwehr-Kommandanten des Bezirkes. Der erste Gedanke: Super, das wird wie Wünsche ans Christkind. Die Kameraden werden dem Landesvater ihre Einkaufslisten ans Herz legen: eine neue Pumpe, ein neues Auto, eine Spende für unser Rüsthaus, bitte Herr Landeshauptmann. Doch es kam ganz anders. Das lag auch daran, dass sich Voves wirklich Zeit nahm. Das ließ sich schon aus dem Terminkalender ableiten: Während in Innsbruck Donnerstag Abend noch die Landeshauptleute-Konferenz über die Bühne ging, stellte sich Voves den rund 150 Kommandanten des Bezirkes in Liezen. Abschnitt für Abschnitt saßen die Chefs der Wehren zusammen und sprachen strukturelle Defizite an.

Umsatzsteuer. "Ein echtes Problem ist, dass wir als Feuerwehr nicht vorsteuerabzugsberechtigt sind", erklärt etwa der Altausseer Kommandant Werner Fischer. Jede Gemeinde wickelt heute Geschäfte über ihre Kommanditerwerbs-Gesellschaft (KEG) ab und holt sich so die Umsatzsteuer wieder zurück. "Bei uns Feuerwehren ist das nicht möglich und Fördergelder gehen oft eins zu eins für die Steuer auf", so Fischer, der gleich ein aktuelles Beispiel vom Rüsthausbau in Altaussee mitbrachte. "Wir hatten Gesamtkosten in der Höhe von rund 1,5 Millionen Euro. Dazu gab's Förderungen von etwa 260.000 Euro, in dieser Größenordnung mussten wir auch Steuer zahlen."

Wirtschaftlicher Aufschwung. Ebenfalls ein brennendes Problem für viele Wehren: Mit wirtschaftlichem Aufschwung einer Gemeinde, etwa zusätzlichen Betrieben oder Hotels, wird auch die Feuerwehr laut Ausrüstungsrichtlinie in eine höhere Kategorie eingestuft. In manchen Gemeinden jubelt man zwar über die Infrastruktur-Projekte, die zusätzliche Ausrüstung der Feuerwehr wird jedoch vergessen.

Hirnrissige Flüge. Für den Kommandanten der Feuerwehr Aigen gibt es bei der Hubschrauber-Unterstützung Probleme. "Obwohl wir genau wissen, dass zum Beispiel die Kapazitäten des Helikopters vom Innenministerium bei einem Waldbrand nicht ausreichen, muss es der Pilot zuerst probieren, bevor wir den Heeres-Hubschrauber aus Aigen anfordern dürfen. Es gibt auch Fälle, bei denen wir für zehn Minuten ein Fluggerät brauchen. Dann kommt der Innenministeriums-Hubschrauber aus Graz, der einen längeren An- und Abflug hat, als die Einsatzzeit beträgt, während die Alouette ums Eck nicht fliegen darf", bringt es Johann Fritz, Kommandant der Aigner, auf den Punkt. Voves versprach in der Runde, das Problem mit Verteidigungsminister Norbert Darabos zu besprechen.

"Heiße Eisen". Auch sonst wurden viele "heiße Eisen" angefasst. Etwa die Vereinbarkeit von Beruf und ehrenamtlicher Tätigkeit und natürlich die Angst vieler kleiner Wehren, mit anderen Standorten zusammengelegt zu werden. "Ich bekenne mich zu jeder Wehr, mehr Kooperation darf nicht heißen, dass die Identität verloren geht", versprach Voves. Er kommunizierte mit den Kommandanten mehr als vier Stunden lang absolut auf Augenhöhe, scherzte und machte auch konkrete Zusagen. "Aber wir reden hier trotz allem vertraulich, ich bitte Sie, das so nicht zu schreiben." Okay.

Marschrichtung. Klar ist jedoch die grundsätzliche Marschrichtung: Nach dem Auftakt in Liezen hält Voves quer durch die ganze Steiermark weitere fünf Regionalkonferenzen mit den Kommandanten. "Dabei filtern wir die wesentlichen Problemfelder heraus und bemühen uns dann um eine Lösung." Eines wurde dabei schon zugesagt: Puncto Vereinbarkeit zwischen Freiwilligkeit und Beruf soll es ein Gespräch mit Vertretern der Wirtschaft, der Industriellenvereinigung und des Landesfeuerwehr-Verbandes geben.

CHRISTIAN HUEMER

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