Ersatzlose Stilllegung geplant
Der Generalstab hat bei einem "Luftgipfel" beschlossen, die Alouette ersatzlos auslaufen zu lassen. Bis 2015 sollen die ersten fünf Maschinen am Boden bleiben. Die Politik protestiert heftig.

Foto © HuemerDie Kaserne Aigen: Der Hubschrauber-Typ Bell OH-58 "Kiowa" (Bild) und die Bell 212 haben die Nase vorne. Die Alouette soll komplett vom Himmel geholt werden
Schlechte Nachrichten für die Alouette III und damit für die Kaserne Aigen. Wie berichtet, wurde bei einem Luftgipfel des Generalstabs das Aus für diese Maschine verkündet. Bereits unmittelbar stehen massive Kürzungen der Flugstunden an, bis 2015 werden fünf Maschinen "gegroundet", was so viel wie ausgemustert heißt. Bis 2020 soll der Hubschrauber dann komplett von der Bildfläche verschwunden sein. In heeresinternen Dokumenten ist von der "ersatzlosen Stilllegung" die Rede.
Das Rennen machen dafür andere Helikopter im Heer: Die Bell OH-58 "Kiowa" sowie die Bell 212. Den ersten Typ braucht man zum Schießen, dem zweiten Typ wird ein Cockpit-Upgrade im Wert von 63 Millionen verpasst.
Gegen diese Weichenstellung wird nun Sturm gelaufen. Nicht nur von Bürgermeistern, die bereits Dutzende Unterschriftenlisten und Bittbriefe an die Politik gesandt haben. Gleich mehrere Landesfürsten haben zur Feder gegriffen: Unterstützer-Briefe an Verteidigungsminister Norbert Darabos sind von Franz Voves (SPÖ) und Günter Platter (ÖVP) verfasst worden. In Tirol betreibt das Aigner Geschwader bekanntlich eine Außenstelle mit einer Alouette, dasselbe gilt auch für Klagenfurt. Aus diesem Grund hat sich auch LH-Vize Uwe Scheuch (FPK) zu Wort gemeldet. "Darabos demontiert mit diesem Schritt wichtige Teile des Heeres. Der beratungsresistente Ahnungslose soll gehen", poltert der Kärntner.
Wichtig in Krisenzeiten
Auch Georg Mayer, Klubchef der Freiheitlichen im steirischen Landtag, hat gestern noch einmal nachgelegt. "Die Alouette III ist das Rückgrat der Katastrophenhilfe. Ein Einsatz wie im Sölktal vergangenes Jahr wäre dann nicht mehr zu bewältigen", so Mayer, der Darabos dezitiert auffordert, "nicht die Kaserne Aigen mit 300 Arbeitsplätzen auf dem Altar der Wiener SPÖ-Parteipolitik zu opfern."
Und auch die Soldaten selbst machen ihrem Unmut Luft. Der Vorsitzende des Dienststellen-Ausschusses, Heimo Maringer samt Personalvertretung, meint: "Uns rennen die Leute die Türe ein. Jeder, der sich nur ansatzweise mit Katastrophenschutz beschäftigt, weiß, wie unverzichtbar dieser Hubschrauber ist. Wir bitten die Politik um Unterstützung für unseren Standort."
Für die Aigner haben sich auch aus personeller Perspektive die Vorzeichen verschlechtert. Maringer: "Der von Darabos abberufene Generalstabschef Edmund Entacher war ein Befürworter Aigens, ein Mann mit Handschlagqualität, Herz und Charakter."







