Warnungen über Facebook: Polizei beruhigt Eltern
Die über Facebook kolportierten Warnungen über Fremde, die Kinder ansprechen, haben keinen realen Hintergrund. Die auf Facebook verschickten Nachrichten entwickelten eine Eigendynamik. Polizei setzt auf Prävention.

Foto © KLZ/Scheriau
Die Polizei im Bezirk ist gemeinsam mit dem Landeskriminalamt allen gemeldeten Hinweisen nachgegangen und kann beruhigen: Die Verdachtsmomente hätten sich nicht erhärtet, durch die auf Facebook kolportierten Warnungen habe sich eine Eigendynamik entwickelt. "Plötzlich haben Kinder überall die im Internet beschriebenen Fahrzeuge gesehen und Alarm geschlagen", so ein Ermittler.
Im Salzkammergut haben zwei Volksschülerinnen detailreich ein Erlebnis geschildert, letztendlich stellte sich aber heraus, dass mit den Kindern die Fantasie durchgegangen ist. "Wie wir die Meldung bekommen haben, waren wir sofort an Ort und Stelle, konnten aber nichts Verdächtiges feststellen, und die Erzählungen der Mädchen haben nicht zusammengepasst. Schließlich hat uns dann eine Mutter angerufen und mitgeteilt, dass das Kind nicht die Wahrheit erzählt hat", so der Ermittler. Böse sein dürfe man den Kindern aber nicht: "Durch das Gehörte haben sie Angst bekommen, das hat sich dann aufgeschaukelt. Wir sind der Mutter jedenfalls sehr dankbar, dass sie uns über die tatsächlichen Hintergründe informiert hat. Dafür braucht sich auch niemand zu genieren."
Auch die anderen Fälle hatten sich als harmlos entpuppt. Nur im oberen Ennstal sei ein Einzelfall bekannt, der habe aber nichts mit den (über Facebook) kursierenden Geschichten zu tun, "das geht in eine andere Richtung, hier wird noch erhoben", so ein Kriminalist. Ausdrücklich betont wird, dass die Polizei ausnahmslos jedem Verdacht nachgeht und alle Meldungen ernst nimmt.
Die Polizei rät dazu, die Kinder allgemein sachlich und unaufgeregt zu informieren. "Mit niemandem mitgehen, nicht zu Fremden ins Auto steigen, keine Geschenke von Unbekanten annehmen", seien die wesentlichen Eckpunkte, erklärt Günther Wesner von der Kriminalgruppe Liezen, der auch für die Prävention zuständig ist. Er hält derzeit über Einladung von Schulen zum Thema Vorträge für Eltern und Lehrer, vorgestern in Gröbming, kommende Woche in Donnersbachwald. Kontakt für Interessierte: Günther Wesner, Bezirkspolizeikommando Liezen, Tel.: 059133-6340-111.








