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Zuletzt aktualisiert: 26.09.2009 um 20:00 UhrKommentare

"Ich dachte mir: Da kannst du sterben"

Ein Mann, ein Berg, ein Buch. Skyrunner Christian Stangl präsentierte am Samstag in Admont sein neues Buch "Skyrunner. Die neue Dimension des Bergsteigens". Gespräch mit einem echten Bergfex.

Skyrunner Christian Stangl

Foto © APASkyrunner Christian Stangl

Herr Stangl, lange haben wir auf ein Buch von Ihnen gewartet. Nun ist es da. Stolz?
CHRISTIAN STANGL: Es hat lange gedauert, ich weiß, aber ich habe halt nicht so viel Sitzfleisch und bin viel lieber draußen in der Natur. Ich bin froh, dass es fertig ist.

Wer ist das Zielpublikum für Ihr Buch?
STANGL: Es ist für jeden, der Lust und Laune hat, es zu lesen. Es ist kein typisches Bergsteiger- oder Alpinismusbuch. Im ersten Teil geht es um alles, was vor dem Skyrunning war. Der zweite Teil beschäftigt sich mit dem Speed und dem Skyrunning. Im letzten Teil geht es um die Philosophie.

Ihre Philosophie?
STANGL: Skyrunning ist eine Kopfsache. Man muss sich innerlich darauf vorbereiten. Bevor ich das erste Mal den Everest hinaufgelaufen bin, dachte ich mir: Da kannst du sterben. Das hat noch keiner gemacht. Ich habe lange Zeit darüber nachgedacht, bis ich an die Sache herangegangen bin.

Apropos hinauflaufen. Warum sind sie so schnell in dieser Höhe?
STANGL: Angefangen hat alles eigentlich mit einem Experiment des Innsbrucker Instituts für Höhenmedizin. Die Mediziner dort haben meine Leistung in einer Hypoxidkammer getestet, also in künstlicher Höhenluft, und meine Werte waren wirklich überdurchschnittlich. Also habe ich mich mehr damit beschäftigt und bin schließlich zuerst auf die 6000er in den Anden und dann auf die 8000er gelaufen. Und es hat funktioniert.

Was war die schwerste Hürde?
STANGL: Das war gar nicht das Skyrunning. Wie gesagt, die Hürden sind zuerst im Kopf, und wenn man sie nicht überwindet, kann man auch nicht sich selbst überwinden. Es geht dabei um psychische Barrieren. Mir geht es ja nicht um den Gipfel, sondern darum, dass ich einfach etwas Großes erreichen will. Dass man sich selber bezwingt und überwindet.

Was macht ein Christian Stangl, wenn er nicht auf Berge läuft?
STANGL: Trainieren und Bergsteigen. Es ist halt meine Leidenschaft, ich bin gerne in den Bergen.

Eine Sucht?
STANGL: Was heißt Sucht! Ich muss mich einfach vorbereiten. Und wenn ich nicht Bergsteigen gehe, halte ich Vorträge oder schreibe ein Buch, was übrigens für mich viel anstrengender war als das Bergsteigen.

Kein Ausgleichshobbys also?
STANGL: Nein, nur Faszination für andere Menschen, die etwas gut können. Wenn jemand wirklich toll singen oder malen kann, finde ich das toll, weil ich in dieser Sparte nicht daheim bin.

Ihre nächsten Ziele? Wohin treibt es Sie in nächster Zukunft?
STANGL: Wenn ich das jetzt verrate, steht es bald im Internet, und ein anderer schnappt mir meine Idee vor der Nase weg. Ich sage nur so viel: Ich arbeite an einem großen Projekt.

Wann ist es spruchreif?
STANGL: Nächstes Jahr. Dann lüfte ich mein Geheimnis.


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