Maschinenbautechniker: Einen Berufstraum ins Metall gestanzt
Dass Beruf auch immer etwas mit Berufung zu tun hat, zeigen die jungen Maschinenbautechniker in der AHT Rottenmann mit "eisernem" Willen vor.

Foto © Carmen Oster
Es riecht nach Arbeit. Kurz nach neun: Für die einen hat der Arbeitstag erst begonnen, für die Mitarbeiter der AHT in Rottenmann steuert er schon seiner ersten Pause entgegen. Seit sechs Uhr wird hier gefräst, geschweißt und gestanzt. Daniel Gerhardter lacht trotzdem. Der Maschinenbau-Lehrling wird im April seine Lehre abschließen.
Technik überall. Er steht an der "FP 4", einer CNC-Fräse. Vor Daniel schwebt das blinkende Steuerbord der Maschine wie eine fliegende Untertasse im schwerelosen Raum. Er programmiert mit den vielen bunten Knöpfen, das Gerät pariert und am Ende kommen irgendwo aus der Maschine Winkel raus. Neunzig Prozent seiner Arbeitsstücke werden von der Produktionsabteilung schon zum Bau von Gefriertruhen benutzt. Das macht den 19-Jährigen schon stolz. Für Daniel standen immer nur zwei Berufe zur Auswahl: Mechaniker oder Maschinenbautechniker. Warum es letztlich der zweite wurde, weiß er gar nicht mehr genau. Egal, war es doch die richtige Wahl.
Kopf- und Handarbeit. Die Arbeit als Maschinenbautechniker vereint Kopf- und Handarbeit, programmieren und handwerkliches Können. Nach der Lehrabschlussprüfung bleibt er der AHT erhalten. Sein Traum-Arbeitsplatz: die Stanzerei. Pro Jahr schließen acht Lehrlinge ihre Ausbildung bei der AHT Coolings Systems ab. Von denen der Firma etwa fünf erhalten bleiben. Die Konkurrenz lauert auf die Fachkräfte, weiß der Lehrlingsausbilder Gerald Gierer. "Die Industrie boomt. Wer hier lernt, hat aufs richtige Pferd gesetzt. Man kommt schnell unter. Die meisten bleiben sowieso bei uns". Gierer ist seit vier Jahren Lehrlingsausbilder und damit Ansprechpartner für den industriellen Nachwuchs. Gelebte Autorität und ein offenes Ohr, das zeichnet einen guten Ausbilder aus.
Export von Talenten. Wesentlich mehr Erfahrung in der Arbeit mit jungen Menschen hat der 59-jährige Günther Pollheimer. Er schnitzt seit 1969 als Lehrlingsausbilder Karrieren in die Lebensläufe seiner Schützlinge. Wichtig ist ihm Disziplin, die schon bei den kleinen Dingen beginnt. Grüßen, Hände schütteln und Pünktlichkeit. Passt das, dann stimmt auch das Arbeitsklima. "Gescherzt wird nach der Arbeit", ist Pollheimers Überzeugung. Und da entwischt dem strengen Meister doch noch ein flüchtiges Grinsen. Stolz ist er schon auf seine Schützlinge.
Weiteres Werk geplant. Einige gehen jetzt sogar nach China um ein weiteres Werk aufzubauen und um das weiter zu geben, was sie bei ihm gelernt haben. Talent-Export. Inmitten der männlich dominierten Werkbänke arbeitet Lisa Schmücker. Ein Schneewittchen in Blaumann und Arbeitshandschuhen. Zierlich an Figur, stark im Willen. Die 16-Jährige befindet sich im ersten Lehrjahr zur Maschinenbautechnikerin. Was anderes ist für sie nie zur Debatte gestanden. Doch jetzt muss sie erst einmal Flacheisen schneiden. Mit der Bandsäge, die aussieht wie ein übergroßes Küchenmesser. Manche Klischees wird man eben nie los.














