"Klassisches Schifahren wird zum Nischenprodukt"
Petra Stolba, Chefin der Österreich-Werbung, referierte in Bad Mitterndorf über Thermen, Schifahren und die Auswirkungen der Euro auf die Region.

Foto © APAPetra Stolpa, Österreich-Werbung Chefin referierte im Ennstal
In den nächsten Wochen werden die Pinguine der Österreichwerbung abtauchen - es gibt eine komplett neue Werbelinie. Zwischen der Präsentation in der Wiener Hofburg und einem Termin in London nahm sich die Chefin der Österreich-Werbung auf Einladung des Vize-Generalsekretärs der Industriellen-Vereinigung, Peter Koren, für einen weiteren Termin Zeit: Bad Mitterndorf. Petra Stolba "inspizierte" dabei die Grimmingtherme auf ihre Markttauglichkeit und referierte in der Aula der Hauptschule über aktuelle Trends im Tourismus.
Vermarktung. "Thermen sind kein Allheilmittel, waren sie auch nie. Man kann auch nicht sagen, der Zug für solche Einrichtungen ist jetzt abgefahren, denn wesentlich wichtiger als der momentane Auf- oder Abwärtstrend war und ist ein klares Konzept, wie man die Sache vermarktet. Es gibt unterschiedliche Ansätze - etwa, ob die Therme als alleinige Attraktion Gäste anziehen soll oder ob man die Einrichtung als Ergänzung und Erweiterung in einem bestehenden Rahmen betreibt." Letzteres sei ja in Bad Mitterndorf der Fall. "Es war sicher ganz wichtig, dass Langläufer und Mountainbiker in das Erholungs- und Regenerationserlebnis der Therme miteingebunden werden, denn das ist eine der Stärken dieser Region."
Schitourismus. Der Lebens- und Kulturraum Alpen dürfte durch den Klimawandel mit immer noch heißeren Sommern in den Mittelmeerländern als Rückzugsgebiet an Bedeutung gewinnen. Und auch für den Winter sieht Stolba nicht Schwarz, wenngleich sie überzeugt ist, dass - international gesehen - der alpine Schilauf im herkömmlichen Sinne zwar ein Geschäft ist, aber dennoch immer mehr zum Nischenprodukt wird. "Es geht längst nicht mehr darum, als Erster in der Früh beim Lift zu sein und als Letzter hinunterzufahren oder nur ums Wedeln."
Weiterentwickeln. Das Problem der Liftbetreiber in St. Moritz sei etwa, dass die Gäste in der Früh nur einmal mit dem Lift hinauffahren und das war's. "Dann verbringen sie den ganzen Tag oben, genießen die Aussicht und relaxen vor den Schihütten." Entsprechend habe sich auch die kulinarische Schiene in den Hütten weiterentwickelt. "Gäste kriegt man, wenn man den Menschen ein inspirierendes Erlebnis in einer traumhaften Winterlandschaft bietet." Hardcore-Schifahren ist da nicht der breite Zugang. "Man braucht sich ja auch nur anschauen, wonach die Leute bei uns in den Callcentern fragen. Da geht's in erster Linie um Adventmärkte."
Euro 2008. Ein mehr als heißer Tipp sei aus touristischer Sicht auch für die Region die Euro 2008. "Die Europameisterschaft kommt vom Umsatz her noch vor den olympischen Spielen, generiert eine Million zusätzlicher Nächtigungen samt einem Publikum von Milliarden Menschen. Für Österreich ist das eine einzigartige, unbezahlbare Werbechance", ist Stolba überzeugt. Während es in urbanen Bereichen am Tourismussektor immer wieder zu einem Verdrängungswettbewerb, etwa beim Kongresstourismus, kommt, könne die Region mit ihrer Nähe zum Austragungsort Salzburg als Destination absolut punkten.
















