Gottes Werk und Teufels Beitrag
Die Krampus-Zeit bedeutet für Stein- und Holzbildhauer Michael Pregl aus Admont vor allem eines: Anatomische Studien aus der Hölle.

Foto © ReutersDas Brauchtum des Krampus verfolge Michael Pregl schon seit seiner Kindheit, so sagt er
Mit jedem Schlag verformt sich das Stück Zirbenholz unter Michael Pregls Werkzeugen ein Stück mehr zu einer grausigen Fratze. Mit hölzernen Augen und markantem Vorbiss grinst sie in den Raum. Noch nicht einmal ein ganzer Krampus, und schon dabei, hinterhältig etwas auszuhecken. Böse, bis in jede Faserung.
Brauchtum.
Doch Pregl hat die Gestalt im Griff, die beiden verbindet etwas, erzählt er. Das Brauchtum des Krampus verfolge ihn schon seitdem er ein kleiner Bub war. Im Kindergarten schlüpfte er das erste Mal ins Krampuskostüm, in der Hauptschule schnitzte er seine erste Maske. "Das war der Zeitpunkt, wo ich mich mit dem Virus infiziert habe", erinnert sich der 33-jährige Bildhauer zurück. Nach der Schule machte er eine Ausbildung zum Betriebselektriker. Rasant ging's die Karriereleiter bergauf. Pregl arbeitete in Amerika, Italien und Deutschland, hatte bis 2001 sogar einen Managerposten in einem heimischen Elektrokonzern.
Sägespäne statt Chef-Etage.
Bis er eines Tages seinen Job schmiss und die Ausbildung zum Bildhauer machte. Sägespäne unter den Sohlen statt Chef-Etage in Aussicht. Jetzt ist der 33-Jährige sein eigener Chef. Seit zwei Jahren führt er nun sein eigenes kleines Atelier. In seinem Portfolio findet man alles, was man aus Stein und Holz formen kann. Da darf die Krampus-Maske natürlich nicht fehlen.
Der kleine Horror.
Die kreative Arbeit fordert den Bildhauer jeden Tag aufs Neue heraus: "Das ist eben mein kleiner Horror, wenn ich vor dem Stück Holz sitze und nicht weiß, wie ich anfangen soll. Aber irgendwann geht's dann." Die Welt der Krampusse sei eine widersprüchliche und extreme, sagt Pregl. Der schönste Krampus sei eben immer noch der Hässlichste, und die hässlichste Krampusmaske zeichnet sich halt durch extrem große Nase, Mund und Augen aus. Manche Dinge ändern sich eben nie. Den Rest, müsste dann noch die kindliche Fantasie dazu beitragen, damit das Rezept "Krampus als Benimm-Programm" auch heutzutage noch anschlägt.
Auftraggeber.
Bei der Arbeit an einer Maske beginnt Pregl mit den Proportionen, dann schafft er Nase, Augenhöhlen, Ohren..., bis sich das Werk schließlich verselbstständigt. In jedem seiner Werke liegt immerhin ein wenig seiner Seele. "Es ist jedes Mal wieder schwer sich von einer Maske zu trennen", gesteht Pregl. Seine Auftraggeber wollen vor allem eines: Echt und richtig grausig soll die Maske ausschauen. Und dafür begibt sich Michael Pregl jedes Jahr aufs Neue auf eine anatomische Spurensuche in die














