Unterricht in bester Manier
In der Hauptschule Gröbming wurde am Freitag die Woche des guten Benehmens abgeschlossen. Das Thema zog sich durch alle Fächer.

Foto © APAUnterricht in bester Manier
Es gibt Dinge, die ändern sich nie: Kommt der Direktor in eine Schulklasse, hüpft die Schülerschar auf, wie von der sprichwörtlichen Tarantel gestochen und übt sich in einer Imitation der berühmten chinesischen Terrakotta-Armeen. Und wenn einer aus der Riege des wissensdurstigen Nachwuchses etwas zum Unterricht beizutragen hat, wird aufgezeigt. So gesehen, ist beim Grundgerüst schulischer Verhaltensweisen alles beim Alten geblieben. Auch in der Hauptschule Gröbming.
Und weil man für ein gedeihliches, schulisches Zusammenleben halt noch deutlich mehr braucht, als nur ein Grundgerüst, rief man nun in der Hauptschule Gröbming die Woche des guten Benehmens aus. Eine Woche lang drehte sich in allen Klassen und in allen Fächern vieles um die Kunst des respektvollen Umgangs miteinander.
"Nicht schupfen".
In der 1a Klasse von Walter Schlagbauer benimmt man sich gerade gut. Ausgesprochen gut. Immerhin ist der Direktor da und hat einen Gast von der Zeitung im Schlepptau und außerdem tüfteln die Schülerinnen und Schüler gerade emsig daran herum, was denn eigentlich alles zum guten Benehmen gehört. "Man darf andere nicht schupfen", lautet eine Anregung. Außerdem solle man nicht zornig sein, andere nicht beschuldigen und fair miteinander umgehen. Und natürlich grüßen. Direktor und Gast verlassen die Klasse und alle springen auf. Und alle haben gegrüßt. Sehr gut, setzen.
Umfrage.
In der 2c Klasse von Laurenz Forstinger nähert man sich dem Thema mit statistischen Mitteln. Ein Umfrage unter den Schülern sollte verdeutlichen, wie wichtig gutes Benehmen im Umgang miteinander ist. Das Ergebnis überrascht nicht wirklich. Höflichkeit, Freundlichkeit und Respekt sind den Schülern sehr wichtig oder zumindest wichtig. Gut so. Aufstehen, grüßen, Klassenwechsel.
Gäste eingeladen.
In der 3a Klasse hat man sich in der Woche des guten Benehmens Gäste aus der Sonderschule eingeladen. Und jetzt gilt es aus dem Erlebten zu lernen. Für den Besuch war die Klasse in Gruppen geteilt worden, jede Gruppe hatte einen Gast. Und jetzt wird der Besuch analysiert. Ob es denn mit den Gästen auch Probleme gegeben habe, will Klassenlehrerin Christa Heiß wissen. "Unser Gastschüler hat in einer Tour geredet", kommt's von einer Gruppe zurück. Nachfrage von Christa Heiß: "Und wie war das für euch?" Die Gruppe ist sich einig: "Zach!"
Basteln. Gar nicht zäh verläuft indessen der Unterricht in der Polytechnischen Schule, wo es ebenfalls eine Woche lang ums gute Benehmen ging. Im Computerraum ist Albert Edlinger mit seinen Schülern dabei, große Plakate zum Thema zu basteln. Schlagworte wie Toleranz und Respekt und verschiedene Regeln im Umgang miteinander werden auf dem Computer erstellt, ausgedruckt und auf die Plakate geklebt. Und auch wenn's im ersten Augenblick ein bisserl nach Durcheinander aussieht: Die Gruppen arbeiten ruhig und konzentriert an ihren Plakaten. Man könnte fast sagen tolerant und respektvoll.
Aufgestanden ist in der Polytechnischen Schule übrigens keiner. Was allerdings mit mangelndem Benehmen nichts zu tun hat. Es ist nur keiner gesessen.














