Streit um den Amtsleiter
In Schladming wird heftig um die Besetzung des Amtsleiterpostens gestritten. SPÖ und Bürgerliste kündigen Aufsichtsbeschwerde an.

Foto © Christian NeratBürgermeister Jürgen Winter ist Vorwürfen ausgesetzt
Für einen Knalleffekt im nichtöffentlichen Teil der jüngsten Schladminger Gemeinderatssitzung sorgte am Dienstag die geplante Bestellung eines neuen Amtsleiters. Weil der langjährige Chef des Schladminger Stadtamts, Wolfgang Pitzer, Ende 2009 in Pension geht, gilt es einen Nachfolger zu küren.
Eben dieser sollte im Gemeinderat abgesegnet werden, zumindest soweit es nach den Plänen von Bürgermeister Jürgen Winter ging. Es blieb beim Plan, eine Abstimmung kam nämlich nicht zustande, weil die Mandatare der SPÖ und der Bürgerliste aus dem Sitzungssaal auszogen.
"Mehr Fingerspitzengefühl".
Von den Chefs der beiden Oppositionsparteien gab es am Mittwoch geharnischte Vorwürfe Richtung Bürgermeister Winter. Vizebürgermeister Hannes Pichler (SPÖ): "Wie hier d'rüber gefahren werden soll, ist diktatorisch. Da bräuchte es mehr Fingerspitzengefühl, aber das lässt der Bürgermeister komplett vermissen."
Sowohl Pichler, als auch Bürgerlistenchef Hans-Moritz Pott betonen, nicht grundsätzlich etwas gegen den Kandidaten zu haben. Allerdings empöre sie das Vorgehen des Bürgermeisters in dieser Sache und noch viel mehr das Gehalt, das der neue Amtsleiter bekommen soll. Pott: "Der Ausbildungsstand des Kandidaten ist mit einem derartigen Gehalt nicht vereinbar. Es grenzt für mich schon an Untreue, wenn man mit dem Geld so umgeht."
Übergangszeit.
Alleine die beiden Jahre, in denen der künftige Amtsleiter gemeinsam mit "Noch-Amtschef" Wolfgang Pitzer tätig wäre, würden - rechnet Hans-Moritz Pott vor - die Gemeinde rund 150.000 Euro zusätzlich kosten: "Da frage ich mich schon, wo die Relationen bleiben."
SPÖ und Bürgerliste fordern, die Bestellung noch einmal zu überdenken und alle geeigneten Kandidaten neuerlich zu prüfen. Außerdem kündigen Pichler und Pott an, beim Land eine Aufsichtsbeschwerde gegen die Bestellung einzubringen. Eine endgültige Entscheidung, ob tatsächlich Beschwerde eingelegt wird, soll noch diese Woche fallen.
Aufsichtsbeschwerde?
Den Vorwurf in Sachen Amtsleiterbestellung über irgend jemand "drüber fahren zu wollen" weist Bürgermeister Jürgen Winter aufs Schärfste zurück. "Es ist alles völlig transparent gelaufen, dementsprechend sehe ich einer möglichen Aufsichtsbeschwerde auch gelassen entgegen."
Stadtmarketing inklusive.
In Bezug auf die finanziellen Aspekte gibt Winter zu bedenken, dass der künftige Amtsleiter auch die Agenden des Stadtmarketings in vollem Umfang mit übernehmen würde und dazu mit dem Gehalt auch noch alle Überstunden schon komplett abgegolten seien. Dass gerade die Übergangsphase nicht billig sei, räumt auch Winter ein. Allerdings sei ein reibungsloser Übergang für Schladming auch enorm wichtig.
















