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Zuletzt aktualisiert: 06.11.2007 um 06:36 Uhr

Rotes Kreuz schlägt Alarm: Patienten in der Nacht unterversorgt

Mit 1. November hat ein weiterer Ärzte-Sprengel im Bezirk den nächtlichen Bereitschaftsdienst eingestellt - das Rote Kreuz ist am Limit.

Rotes Kreuz am Limit

Foto © APARotes Kreuz am Limit

Krank werden in der Nacht kann die Gesundheit ernsthaft gefährden: In drei der neun Ärztesprengel des Bezirkes Liezen stehen die niedergelassenen Allgemeinmediziner in den Nächten an Wochentagen nicht mehr zur Verfügung, der Bereitschaftsdienst wurde eingestellt, oder wie in den Sprengeln Liezen und Trieben stark eingeschränkt. Versehen werden - oder wurden - diese Dienste auf freiwilliger Basis, für die Bereitschaft selbst bekommen die Ärzte keine Bezahlung, nur die tatsächlich geleisteten Einsätze können mit den jeweiligen Krankenkassen abgerechnet werden.

Ressourcen gebunden. "Uns stellt diese Situation vor enorme Probleme", schildert Bezirksrettungskommandant Albin Hubner. "Wenn die Patienten in der Nacht keinen niedergelassenen Arzt erreichen, wird das Rote Kreuz angerufen." Dadurch werden laut Hubner wertvolle Ressourcen gebunden: "Wir müssen in der Nacht zunehmend mit Rot Kreuz-Notärzten die klassischen Tätigkeitsbereiche der Hausärzte abdecken. Bekanntlich haben wir im Bezirk aber nur drei Notarztstützpunkte in Rottenmann, Bad Aussee und Schladming. Wenn also ein Notarzt bei einem hoch fiebernden Kind im Einsatz ist und gleichzeitig ein schwerer Unfall passiert oder ein echter medizinischer Notfall auftritt wie etwa ein Herzinfarkt, haben wir ein echtes Versorgungsproblem", so Hubner. Die Notärzte aber auch die Rettungsautos samt Sanitätern seien oft stundenlang unterwegs: "Wenn wir zum Beispiel ein Kind mit unklaren Symptomen haben, müssen wir die nächste Kinderstation anfahren - und die befindet sich in Leoben. Jeder kann sich ausrechnen, wie lange es dauert, bis die jeweilige Mannschaft wieder für weitere Einsätze zur Verfügung steht."

"Vermutlich überfordert". Hubner betont, dass der Aufschrei nicht als Kritik an den Ärzten zu verstehen sei: "Die Ärzte werden ihre Gründe haben und sind vermutlich auch überfordert. Wir wollen die Ist-Situation für die Patienten darstellen und hoffen auf eine Lösung." Tirol und die Steiermark seien die einzigen zwei Bundesländer, in denen es keine Regelung für die Bereitschaftsdienste unter der Woche gibt. "Es laufen Gespräche mit der Ärztekammer und wir hoffen, dass es bald zu einer Einigung kommt." Der derzeitige Zustand sei weder für die Patienten noch für das Rote Kreuz tragbar, erklärt Hubner.

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