Schladming hat Heimvorteil in Kapstadt
Der Schi-Weltcup in Sölden lockte wieder die Massen auf den Gletscher und 756.000 Zuschauer vor den Fernseher. Sogar Schladming spürte die Auswirkungen.

Foto © APASchladming ist immer ein Schi-Spektakel
Dass die Internationale Presse Österreichs Fußballer verhöhnt, musste nach den Darbietungen gegen Japan oder Chile hingenommen werden. Nach dem Saisonauftakt in Sölden mit Platz vier durch Benni Raich müssen Österreichs Schi-Herren herhalten: "Sind die Schi-Talente nur noch gute Radfahrer", titelt der Züricher "Blick" und zitiert Ex-Rennfahrer Christian Mayer: "Nur weil Hermann Maier unzählige Stunden auf dem Radl saß, glaubte man beim ÖSV plötzlich, dass dies jetzt das Patentrezept wäre. Aber das ist eben ein Trugschluss. Jetzt haben wir viele Junge, die passable Radfahrer sind, aber große Defizite im Schifahren haben." Die renommierte "Welt" knüpfte sich Hermann Maier vor und schrieb: "Der Herminator ist nur noch ein normaler Schifahrer. Doch mit bald 35 Jahren gehen selbst einem geübten Helden wie Hermann Maier neue Wunder nicht mehr so leicht von der Hand."
Begeisterung ungebrochen.
Gleich nach dem ersten Saisonrennen einen Maier oder überhaupt Österreichs Herren abzuschreiben, ist freilich gewagt. Die Begeisterung in der Alpenrepublik ist jedenfalls ungebrochen. 16.000 waren beim RTL live dabei, 750.000 schauten im ORF zu und sogar in Schladming glühten die Telefondrähte. Denn Sölden hat die Fans daran erinnert, dass am 22. Jänner der Nachtslalom auf der Planai stattfindet. "Einige hundert Karten sind schon weggegangen", sagt Schladming-Boss Hans Grogl, der gerade erst aus Kapstadt zurückgekommen ist. In Südafrika gab es nämlich ein Pre-Meeting für die Vergabe der Schi-WM 2013 und da wurde zum Beispiel ausgelost, dass die Steirer bei der Schlusspräsentation vor dem FIS-Vorstand am 29. Mai als Nummer vier hinter den Mitbewerbern Cortina, St. Moritz und Beaver Creek auftreten können.
Kulinarik aus Österreich.
Im Arabella Grand Hotel Kapstadt wurde auch fixiert, wo die Schladminger ihre Box aufbauen können, in der sie die Gäste des FIS-Kongresses mit steirisch-österreichischer Kulinarik verwöhnen werden. Hans Grogl hat sich in Kapstadt auch auf die Suche nach Auslands-Österreichern gemacht: "Es gibt viele österreichische Wirte, etliche Köche, Fleischhacker oder Bäcker, die uns unterstützen können", sagt Grogl, der auf noch einen "Heimvorteil" hoffen kann: Ingrid Köhn-Dursy, österreichische Generalkonsulin in Kapstadt, stammt aus Bad Mitterndorf und hilft, wo sie helfen kann.
Von Sölden auf die Reiteralm.
Österreich Schi-Damen und Herren sind inzwischen von Sölden zum Training auf die Reiteralm übersiedelt. ÖSV-Boss Peter Schröcksnadel gastiert am Dienstag mit den Landespräsidenten in Eisenerz, wo das Nordische Ausbildungszentrum sein 25-Jahr-Jubiläum feiert. Im Rahmen der ÖSV-Präsidentenkonferenz am Dienstag wird auch der Eisenerzer Wunsch behandelt, dass es schon ab September 2008 eine Alpin-Ausbildung geben könnte.
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Hans Grogl, Peter Schroecksnadel und Franz VovesFoto © APA
















