Salza-Stausee wird komplett neu besetzt
Fischbestand aus dem Stausee wurde nicht umgesiedelt, sondern verwertet. See wird mit See- und Bachforellen sowie Saiblingen besetzt.

Foto © Christian HuemerUmsiedelungs-Aktion am Salza-Stausee
Es ist - so ließ es der Kraftwerksbetreiber Verbund-Austria Hydro Power verkünden - die größte Fischumsiedelungsaktion, die es in der Steiermark jemals gegeben hat. Bevor der Salzastausee zwischen Bad Mitterndorf und Sankt Martin für eine groß angelegte Revitalisierung komplett entleert wird, wurden rund 2,5 Tonnen Fisch aus dem Staubereich und rund 900 Kilogramm aus dem Salzabach unterhalb der Staumauer abgefischt.
Kulinarische Zwecke.
Kommuniziert wurde die ganze Angelegenheit allerdings einigermaßen missverständlich. Während nämlich die Fische aus dem Salzabach tatsächlich in nahe gelegene Gewässer (nämlich in die Enns) umgesiedelt wurden, wurde der Bestand des Stausees zum allergrößten Teil verwertet und zwar hauptsächlich zu kulinarischen Zwecken.
Künstliche Fischbecken.
Matthias Pointinger von den Österreichischen Bundesforsten: "Wir können ausgewachsene Wildfische nicht in unseren künstlichen Fischbecken lagern. Sie würden das Futter verweigern." Daher sei eine Verwertung der Fische praktisch die einzige Möglichkeit gewesen. "Wirklich jeder Fisch wurde verwertet", betont Pointinger, "da wurde nix weg geschmissen."
Einmalige Chance.
Wird der Stausee nach der Revitalisierung der Anlagen wieder befüllt, wird das Gewässer von den Bundesforsten auch komplett neu besetzt - und zwar mit See- und Bachforellen, sowie mit Saiblingen. Laut Pointinger "eine einmalige Chance", das Gewässer wieder in einen natürlichen Zustand zu versetzen. Immerhin habe die Abfischaktion gezeigt, dass der Anteil an Flussbarschen mit rund 70 Prozent untypisch hoch gewesen sei. Pointinger:
"Die Barsche haben sich im Stausee gewaltig vermehrt. Jetzt haben wir die Möglichkeit wieder einen typischen Zustand her zu stellen."
Mit größter Vorsicht.
Auch wenn die Fische letztlich als Speisefisch verwertet werden, gehen die Fachleute beim Abfischen des Gewässers mit größter Vorsicht vor. Matthias Pointinger: "Das Team um den Fisch-Experten Volker Steiner macht das perfekt." Weil durch das Absenken des Wasserspiegels der Druck auf den Schlamm am Grund des Stausees nachlässt, steigen immer wieder Gase aus der Schlammschicht auf. Weil diese Gase die Fische töten würden, wird immer nur soweit abgesenkt, bis sich Blasen bilden, dann wieder ausgefischt und so weiter.















