Wasservorräte: "Wenn es keine Einigkeit gibt, lassen wir es!"
Wenn sich um die neu entdeckten Wasservorräte auf Bundesforste-Grund in Pichl-Kainisch ein Streit entwickelt, wird alles auf Eis gelegt.

Foto © APA"Wenn es keine Einigkeit gibt, lassen wir es!"
Durch einen Zufall ist man auf einem Grundstück der Bundesforste in Pichl-Kainisch in tiefen Lagen auf größere Mengen Trinkwasser gestoßen. Nun überlegen die Bundesforste, dieses Wasser zu fördern und unter Umständen nach Bad Aussee zu verkaufen, wo man ohnehin ständig auf der Suche nach zusätzlichen Wasservorkommen ist.
Widerstände. "Wir werden das jedoch nur im Konsens machen. Sollten wir hier zwischen irgendwelche Fronten, etwa der Gemeinde Pichl Kainisch und Bad Aussee geraten, wird das Projekt sofort wieder abgeblasen", erklärt Robert Nusser, Geschäftsfeld-Leiter für den Themenbereich Wasser bei den Bundesforsten. "Wenn, dann machen wir hier im Sinne des öffentlichen Interesses ein Projekt, das den Gemeinden zugute kommt, die es brauchen. Sollte es Widerstände geben, lassen wir die Finger davon ", stellt Nusser klar. Er warnt auch, das Fell nicht zu verteilen, bevor der Bär erlegt ist. "Die Untersuchungen laufen noch, es müssen Qualität, Schüttung und die chemische Zusammensetzung stimmen, bevor man ein konkretes Projekt starten kann."
Info-Versammlung.
Der Bürgermeister von Pichl-Kainisch, Manfred Ritzinger, möchte an die Sache vorsichtig herangehen. "Wasser ist immer eine heikle Angelegenheit, wir werden uns von fachkundigen und juristischen Personen beraten lassen, wie wir uns hier am besten verhalten. Sobald die Fakten am Tisch sind, möchte ich eine Informationsversammlung für die Bürger veranstalten."
Wasser ist kein Geschäft.
Das große Geschäft könne man mit Wasser in unseren Breitengraden allerdings ohnehin nicht machen. Der Experte der Bundesforste ist überzeugt: "Man müsste Milliarden in die Infrastruktur investieren, um das Wasser in die Regionen liefern zu können, in denen es auch marktwirtschaftlich wertvoll ist, etwa nach Süditalien", so Nusser. Zwar gäbe es auch in Österreich Verknappungsgebiete - das sei jedoch eher ein Verteilungsproblem und nicht unbedingt darauf zurückzuführen, dass es bei uns zu wenig Wasser gibt.














