Garantierte Hochspannung um Kleinwasserkraftwerke
Bis zu sechs Kleinwasserkraftwerke sollen in der nächsten Zeit im Naturpark Sölktäler in der Obersteiermark errichtet werden.

Foto © APASechs Wasserkraftwerke, wie zum Beispiel das Wasserkraftwerk Hieflau (Bild), sollen im Naturpark Sölktäler errichtet werden
Dass auch kleine Wasserkraftwerke für großen Wirbel sorgen, ist in der Steiermark spätestens seit dem Kampf gegen ein Projekt an der Koppentraun im Ausseerland aktenkundig. So gesehen könnten dem Naturpark Sölktäler unruhige Zeiten bevorstehen. Immerhin ist dort gleich von bis zu sechs Kleinwasserkraftwerken die Rede, die künftig am Sölkbach und seinen Seitengewässern Strom erzeugen sollen. Ein heikles Thema. Hochspannung inklusive.
Hochspannung. Die war auch beim Informationsabend im Naturpark Sölktäler am Montag Abend im brechend vollen Saal des Gasthofes Ödwirt deutlich spürbar. Der Naturparkverein hatte zwei Experten - den Gewässer-Ökologen Günther Unfer von der Universität für Bodenkultur Wien und Otmar Frühwald, Fachmann für erneuerbare Energie - eingeladen, um zu klären, wie viel Wasserkraft der Naturpark verkraften kann.
Naturparkverein. Dass es dem Naturparkverein dabei um Information und nicht um Konfrontation ging, stellte Obmann Egbert Huber klar: "Uns geht es nicht darum, hier eine Hetzkampagne zu starten." Und Naturpark-Geschäftsführer Mark Ressel setzt nach: "Diskutieren wir so, dass wir uns morgen noch in die Augen schauen können."
Wasserkraftwerke. Eingehend mit den Auswirkungen von Wasserkraftwerken setzte sich in der Folge Gewässerökologe Unfer auseinander. Und er stellte klar, dass es keine Projekte gebe, die ohne Auswirkungen auf den Naturraum blieben. Geringe Restwassermengen, der Verlust an Flussstrecke und die Eintiefung der Sohle mangels Geschiebe seien dabei nur einige der Probleme. Unfer räumte aber auch ein, dass es bei ökologisch geplanten Projekten möglich sei, die negativen Auswirkungen auf ein vernünftiges Maß zu minimieren.
Flussstrecken. Eine Kernfrage, die Unfer aufwarf und die leidenschaftlich diskutiert wurde, war jene nach dem Sinn von Kleinkraftwerken. Unfer: "Steht es dafür, für sehr wenig Strom, der erzeugt wird, kilometerlange Flussstrecken zu ruinieren?" Immerhin würden, so Unfer, die Kleinwasserkraftwerke zwar rund 93 Prozent aller Wasserkraftwerke in Österreich ausmachen, aber nur rund acht Prozent der Energie produzieren. Eine klare Trennlinie gab's in der Diskussion natürlich zwischen Befürwortern und Gegnern. Pochten die einen auf Versorgungssicherheit, bangten die anderen um die letzten natürlichen Gewässer.














