Eine Straße, die mit dem Hang mitschwingt
Am Montag war Verkehrslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder bei der Baustellenbesprechung in Trieben-Sunk. Dort setzt man europaweit einzigartig auf eine elastische Stützkonstruktion, die Hangbewegungen einfach mitmacht.

Foto © Huemer
Die Dame hat schon einiges gesehen im Straßenbau - schließlich ist sie Verkehrslandesrätin und mit technischen Dingen betraut. Als Kristina Edlinger-Ploder gestern jedoch die Stahlkonstruktion samt dem Eisengeflecht für die 92 Meter lange Brücke auf der neuen Tauernstraße (B 114) gezeigt wurde, musste auch sie schlucken. "Jetzt habe ich eine Zwischenfrage - kann man das noch berechnen oder wie behält man da den Überblick?" Die Techniker der Straßenmeisterei und Baufirma Alpine-Mayreder lächeln verständnisvoll. "Natürlich kann man das berechnen, aber es ist schon eine Herausforderung." Nachsatz vom zweiten Triebener Vizebürgermeister Dieter Harzl: "Immerhin ist es nicht so kompliziert wie manche Gesetze, die Juristen formulieren. Die kann man nämlich so oder so auslegen." Da musste dann auch die Landesrätin ein wenig schmunzeln.
Elastisch.
Und dennoch ist gerade auf dieser Baustelle nicht alles hundertprozentig fix. Erstmals europaweit verwendet man nämlich aufgrund der steilen und brüchigen Hänge eine besondere Form der Stützkonstruktion. "Früher wurde mit Beton gestützt, wenn sich dann der Hang etwas gesetzt hat, war die Bruchgefahr sehr groß", erklärt Gerhard Taschler, Chef der Baubezirksleitung Liezen. Um dieses Problem zu lösen, werden elastische Geotextilien, die wie ein Gumminetz aussehen, zur Hangsicherung verwendet. Sie können Verformungen durch Hangbewegungen perfekt aufnehmen und ermöglichen Böschungsneigungen bis zu 70 Grad.
Wichtigkeit.
Edlinger-Ploder betonte auch die Wichtigkeit der Straße. "Man glaubt immer, dass auf dieser Strecke ohnehin nur wenige Personen unterwegs sind. Das stimmt nicht, das sehen wir gerade jetzt in der Bauzeit. Für die Einheimischen ist diese Verbindung sehr wichtig. Außerdem sollte man alles tun, damit die ohnehin in anderen Belangen benachteiligten Bezirke Judenburg und Liezen weiterhin gut erschlossen bleiben."















