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Zuletzt aktualisiert: 16.07.2007 um 17:57 Uhr

Schwangere Ärztin in der Enns verschollen

Grazerin (41) hatte sich nach Sturz in die Enns schon ins Boot ihres Mannes gerettet, als dieses kenterte und sie von der Strömung mitgerissen wurde. Kinder verfolgten Drama im Auto mit. Suchaktion erfolglos.

Polizei hatte die Suche wegen Dunkelheit abbrechen müssen

Foto © APAPolizei hatte die Suche wegen Dunkelheit abbrechen müssen

Nur ein Sommerkleid trug Beate Sch. (41) aus Graz, als sie am Sonntag im Gesäuse- eingang bei Admont ihrem Mann dabei helfen wollte, sein "Outside-Boot" ins Wasser zu lassen. Einen Schubser gab sie ihm noch mit, verlor das Gleichgewicht und stürzte in die eiskalte Enns.

Mitgerissen. Blitzschnell reagierte ihr Mann Bernd (40), zog sie wieder ins Boot, und die Gefahr schien bereits gebannt. "Doch dann blieb das Boot mit der Fangleine an einem Stein hängen und kenterte", berichtet ein Polizist. Die Frau stürzte wieder ins Wasser, ihr Mann sprang hinterher, versuchte sie zu fassen. "Doch sie wurde sofort von der Strömung mitgerissen, er schaffte es noch mit Mühe und Not, sich selbst ans Ufer zu retten", weiß man bei der Polizei.

Verschollen. Bernd Sch. rannte zu seinem Kleinbus, in dem die gemeinsame zweijährige Tochter und der zehnjährige Sohn vergeblich auf ihre Mutter warteten. Während zwei dort zufällig anwesende Personen die Einsatzkräfte alarmierten, stieg der Mann ins Auto und fuhr flussabwärts. Doch er konnte seine Frau nicht mehr finden. Die Oberärztin der Augenheilkunde, die im vierten Monat schwanger ist, ist seitdem in den Fluten der Enns verschollen.

Tückische Strudel. "Es ist im Fluss schon relativ viel Wasser. Doch nicht die Strömung ist das Problem, sondern die Wasserstrudel, die man nicht sieht", erzählt Feuerwehr-Einsatzleiter Norbert Schmidt über die Tücken des beliebten Rafting-Gebietes. Seit Sonntag, kurz nach 18 Uhr, wurde fieberhaft nach der Grazerin gesucht. Bis zu 58 Einsatzkräfte - Feuerwehr, Polizei, Berg- und Wasserrettung, Hubschrauber - suchten den Flusslauf bis zum Stausee Gstatterboden ab. Gestern setzte die Österreichische Wasserrettung (Landesverband Steiermark) die Aktion schwimmend, mit Booten und am Ufer fort. Am Montag um 15 Uhr wurde dann endgültig abgebrochen. "Vermutlich wurde die Frau in einen Siphon gleich beim Einstieg hineingezogen", glaubt Josef Rössler von der Wasserrettung. Das bedeute, dass die Strömung sie unter einen Felsen gedrückt haben dürfte. "Dort zu suchen, ist auch für uns lebensgefährlich", meint Helmut Nestler, Obmann der Wasserrettung.

Betreut. Ihr Mann, selbst Unfallchirurg und Notarzt, und die beiden Kinder (das dritte und älteste Kind der Familie war bei dem Ausflug nicht dabei) wurden von der Krisenintervention des Roten Kreuzes akutbetreut.


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