Steininger urlaubte in der Ramsau
Dass der Urlaubsgast namens Erhard Steininger eigentlich ziemlich berühmt ist, erfuhr man im Ramsauer Lindenhof erst nach Wochen. Von einem befreundeten Hüttenwirt.

Foto © ReutersErhard Steininger
In der urig-gediegenen Gaststube des Hotels Lindenhof direkt am Fuße des Dachsteins herrscht frühsommerliche Ruhe. Klar, es ist später Vormittag, und die Gäste des Ramsauer Vier-Sterne-Hotels genießen das Kaiserwetter irgendwo auf dem malerischen Hochplateau. Nur der Chef des Hauses, Heribert Eisl, hat's ein bisserl eilig. Der Drucker hat seinen Geist aufgegeben und der Hotelier braust mit dem Motorrad zum Nachbarn. Ebenfalls ein Hotel und praktischerweise noch dazu im Besitz der Verwandschaft.
Präsenz. Dass es die Ramsau und vor allem der Lindenhof in den letzten Tagen in Österreich zu beträcht licher medialer Präsenz gebracht haben, belustigt Eisl mächtig: "Das ist doch eine super Werbung", lacht der Hotelier, "noch dazu wo wir nicht einmal gewusst haben, dass wir so prominente Gäste gehabt haben." Freundlich, höflich und zurückhaltend sei er gewesen, der Herr Steininger, der mit seiner thailändischen Gattin und einem befreundeten Ehepaar (dem Chef des Heeres-Abwehramtes Erich Deutsch, nebst Gattin) angereist war. Dass Steininger Eurofighter-Lobbyist und zudem ein überaus gefragter Mann ist, erfuhr man im Lindenhof erst viel später. "Wir fragen die Leute ja schließlich nicht aus", betont Heribert Eisl und setzt unmissverständlich hinzu: "Und reden tun wir auch nicht viel über unsere Gäste."
Berühmtheit. Dass es der bescheidene Gast in Österreich durchaus zu einiger Berühmtheit gebracht hat, haben Heribert Eisl und seine Gattin Petra erst Wochen später erfahren. Von einem befreundeten Hüttenwirt, der offenbar mit Erhard Steininger ins Gespräch gekommen war. Geändert hätte es aber wohl auch nichts, wenn man gleich gewusst hätte, wen man da zu Gast hat. Schließlich hat man im Lindenhof mit großen Namen längst Erfahrung. Bei der nordischen Schi-WM 1999 brachte man es gar zu royalen Ehren. Da residierten im Lindenhof - genauer in einem Privathaus der Familie neben dem Hotel - der norwegische König Harald und Königin Sonja.
Lindenhof. Dass der Lindenhof jetzt sozusagen Gegenstand einer parlamentarischen Untersuchung ist, nimmt Eisl gelassen: "Wer weiß, vielleicht haben wir ja eine echte Marktlücke entdeckt."














