In der Region riecht es nach "Scheidung"
Der neue Name der Dachstein-Tauern-Region wird Schladming-Dachstein heißen. Damit will man sich in der Ramsau aber nicht abfinden.

Foto © Steiermark Tourismus
Der Streit um den neuen Namen der stärksten Tourismusregion im Lande gärt seit Monaten und hat im Westen des Bezirkes für viel Unmut gesorgt. Schon im Oktober des vergangenen Jahres berichtete die Kleine Zeitung unter dem Titel "Namensstreit könnte die Region sprengen" exklusiv vom Zwist der beiden Tourismusriesen Ramsau und Schladming. Übrigens schon damals nicht unbedingt zur Freude mancher Verantwortlicher, die die leidige Sache lieber unter dem Deckel gehalten hätten.
Protest.
Eigentlich hätte die Angelegenheit - neben dem neuen Regionsnamen geht es vor allem die Gründung einer Vermarktungs- und Vertriebsgesellschaft - noch im Dezember erledigt sein sollen, da dürfte der Regionalverband die Rechnung aber ohne die Schladminger Nachbargemeinden gemacht haben. Nicht nur aus der Ramsau kam wütender Protest gegen eine Marke Schladming-Dachstein, auch in Haus im Ennstal hatte man damit - und das ist noch vorsichtig ausgedrückt - keine Freude.
Rauswurf angedroht?
Insidern zufolge soll es in Haus gleich mehrere Anläufe gebraucht haben um einen positiven Beschluss zusammen zu bringen, sogar von der Androhung des Rauswurfes aus dem Verband ist die Rede. Letzteres wird von Regionschef Hermann Gruber allerdings vehement bestritten. Zumindest die Widerstände in Haus sind allerdings seit Donnerstag Geschichte. In einer außerordentlichen Generalversammlung sagten die Hauser doch noch Ja zu Marketingkonzept und neuem Regionsnamen. Mitgestimmt hat dabei auch der Hauser Bürgermeister Hans Resch, der bisher als vehementer Gegner des neuen Regionsnamens galt: "Ich muss trotzdem sagen, dass ich nicht ganz glücklich bin, weil ich mir Sorgen mache, dass Haus inhaliert werden könnte."
"Diskussion ausgelöst"
Warum Resch schließlich doch zustimmte: "Mir ist gelungen eine breite Diskussion im Ort und der Region auszulösen. Außerdem sehe ich die Entscheidung als Startschuss für Haus intensiv weiter zu arbeiten und sich in der neuen Marketinggesellschaft voll einzubringen."
Erleichtert.
Merklich erleichtert reagierte gestern Tourismuschef Hermann Gruber auf die gütliche Lösung der Probleme mit Haus. Acht von neun Verbänden sind damit im Boot, übrig bleibt auf dem Weg zur neuen Ausrichtung nur mehr die "Baustelle" Ramsau. Dort ist zwar die endgültige Entscheidung noch nicht gefallen, derzeit scheint die Bereitschaft dem Namen Schladming-Dachstein zuzustimmen allerdings kaum vorhanden. Wurde noch vor Monaten in der Ramsau von einer möglichen Trennung vom Regionalverband gesprochen, scheint man momentan eher eine Art Bedenkzeit anzustreben.
Kooperation.
Der Ramsauer Bürgermeister Helmut Schrempf will jedenfalls die Tür in eine gemeinsame Zukunft nicht zuschlagen und kann sich vorübergehend die Kooperation auf verschiedenen Gebieten vorstellen. Mit diesem Anliegen könnte er allerdings beim Verband auf taube Ohren stoßen.
Offene Tür.
Hermann Gruber betont, dass zwar die Tür für die Ramsau nach wie vor offen sei, wenn es aber tatsächlich zu einer Trennung komme, dann nur auf ganzer Linie: "Es geht nicht, dass sich jemand nur das rauspickt, was ihm gelegen kommt. Da spielen die anderen Orte des Verbandes sicher nicht mit."














