Aufregung um Bordellwerbung in SPÖ-Zeitung
Ein Inserat eines Bordells sorgt bei der KPÖ im Ennstal für Aufregung und Kopfschütteln: "Muss eine Partei, die Frauenthemen besetzt, wirklich so ihr Blatt finanzieren?" Der SPÖ-Landtagsklub will der Sache nachgehen.

Foto © KLZ / HuemerDas einschlägige Inserat in der Zeitung "Zugseil" sorgt für Aufregung
Die Zeitung nennt sich "Zugseil" und berichtet normalerweise, was in Aigen, Donnersbach, Donnersbachwald, Irdning, Pürgg-Trautenfels, Stainach und Wörschach aus Sicht der SPÖ-Gemeinderäte so abgeht. Doch nicht nur das: Gleich zwei Bordelle werben in dem Druckwerk auf einem ganzseitigen Inserat mit "30 min - Zimmer 69 Euro." Die leicht bekleideten Mädchen in einschlägigen Posen sind gleich mit abgebildet.
Aufregung
Beim Landtagsklub der KPÖ sorgt das für mächtig Aufregung. "Gemeinsam haben wir einstimmig das Bordellwerbeverbot beschlossen - jetzt lässt sich die SPÖ aus dem Rotlichtmilieu ihre Zeitung finanzieren", schüttelt Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler den Kopf.
Und selbst wenn Printprodukte vom Verbot grundsätzlich ausgenommen seien. "Hier fehlt es absolut am Gespür. Die SPÖ ist eine Partei, die sich für Frauenangelegenheiten starkmacht und dabei viele Probleme erkannt hat. Und dann setzt man nicht irgendwie versteckt, sondern frontal und direkt auf Werbung aus solchen Kreisen. So etwas hat doch eine so große Partei wie die SPÖ nicht notwendig", heißt es beim KPÖ-Landtagsklub.
Medieninhaber und Eigentümer der Zeitung sind die SPÖ-Gemeinderäte aus den sieben betroffenen Gemeinden. Ihr Chefredakteur Friedrich Seidl, Gemeinderat in Donnersbach, meint dazu: "Keiner von uns will dieses Thema propagieren, da lege ich für jeden die Hand ins Feuer." Man habe das Thema auch bei Redaktionssitzungen schon besprochen. "Ich sage es aber, wie's ist: Wir könnten ohne dem Inserat nicht erscheinen. Das deckt ein Drittel der Kosten ab." Schon jetzt würden alle ehrenamtlich arbeiten, die Druckkosten finanziert man über Werbeeinschaltungen "Die gehen massiv zurück. Wir müssten sonst draufzahlen."
Maßnahmen ergreifen
Im SPÖ-Landtagsklub will man der Sache, von der man bisher nichts wusste, nachgehen. "Wir müssen uns das genau anschauen", so Pressereferent Gernot Romar. Und: "Wenn hier tatsächlich gegen das Bordellwerbeverbot verstoßen wurde, werden wir auch Maßnahmen setzen."
















