FPÖ schenkt SPÖ Bürgermeister
Kuriose politische Entwicklungen gibt es in Gröbming. Dort vereinbarte die SPÖ als kleinste Fraktion mit der FPÖ nach der Wahl 2010 eine Halbzeitlösung. Doch die FPÖ findet nun keinen Kandidaten für das Bürgermeisteramt.

Foto © Wieser
Aufgrund unvorhersehbarer, tragischer Ereignisse in unserer Ortsgruppe wurde von uns einstimmig der Beschluss gefasst, den amtierenden Bürgermeister Alois Guggi weiter zu unterstützen."
Das ist der Kernsatz einer Aussendung, mit der die Bezirks-FPÖ dieser Tage die Gröbminger Bevölkerung unterrichtete, dass die Freiheitlichen auf die Chance, den Bürgermeister für die zweite Hälfte der Amtsperiode zu stellen, verzichten. Damit stellt auch weiterhin die SPÖ als kleinste Fraktion im Gröbminger Gemeinderat mit Alois Guggi den Bürgermeister.
Nach dem Unfalltod von FP-Spitzenkandidat Manfred Pichler vor zwei Jahren suchten die Gröbminger Freiheitlichen fieberhaft nach einem geeigneten Kandidaten. In den eigenen Reihen scheiterte man, weil mögliche Kandidaten aus beruflichen oder aus gesundheitlichen Gründen absagen mussten, anderen fehlte wohl die nötige Erfahrung in der Gemeindepolitik.
Richard Erlbacher, stellvertretender FP-Bezirksparteiobmann, ist enttäuscht: "Das wäre eine Riesenchance gewesen. Wir haben ja auch nach einem überparteilichen Kandidaten gesucht, der als Volksbürgermeister eine Brücke über alle Fraktionen hätte bilden können. Aber wir haben halt niemanden gefunden und herzaubern kann man auch keinen." Gerade im Hinblick auf die bevorstehende Gemeindefusion seien die personellen Probleme in der Gröbminger FPÖ besonders schade, bestätigt Erlbacher.
Bürgermeister Alois Guggi, sozusagen der Empfänger des politischen Geschenks mit dem blauen Mascherl, sieht die Sache klarerweise gelassen: "Für mich ändert sich nichts, wir werden auch weiter so gut zusammenarbeiten wie bisher."
















