"Bär freigeben zum Abschuss"
Landwirte aus dem Enns- und Murtal stellen die Forderung auf: Der Bär, der 35 Schafe gerissen hat, soll zum Abschuss freigegeben werden. Beim Land schüttelt man darüber den Kopf.
Quelle © | Foto: KLZ Digital Bär in Donnersbachwald: Abschuss gefordert
Den Ort der Pressekonferenz hat man im betroffenen Gebiet gewählt: Die Winkleralm auf rund 1400 Meter am Fuße des Sölkpasses ist mitten im "Bärengebiet". Das Tier, das etwa 35 Schafe auf den Almen in Donnersbachwald gerissen hat, wurde auch hier schon gesichtet. "Unweit der Mautneralm", wussten die Landwirte am Montag zu berichten. Und sie haben Angst: In Donnersbachwald wurden die Schafe ins Tal geholt. Hier, im Bereich von Sölk- und Murtal, sind noch Hunderte Tiere auf den Almen. "Nach allem, was passiert ist, liegt es auf der Hand, dass das Tier ein Problembär ist. Wir fordern deshalb, dass er zum Abschuss freigegeben wird", erklärt Johann Ilsinger, der als Vorsitzender des Unabhängigen Bauernverbands in der Landeskammer vertreten ist. Bisher war die Forderung der Züchter stets, den Bär zu betäuben und in ein anderes Gebiet zu bringen. "Natürlich wären wir damit auch einverstanden, wenn das praktisch durchführbar ist. Doch so ehrlich muss man sein: Das wird nicht funktionieren."
In der Tat sehen das auch Fachleute so: "Den Bär aus kurzer Distanz mit einem Narkosegewehr zu betäuben kommt einem Lottosechser gleich", ist etwa Robert Gruber, Amtsarzt der Bezirkshauptmannschaft überzeugt.
Beim Land schüttelt man über das Thema Abschuss den Kopf. "Bisher wurde noch nicht einmal ein Antrag auf das Verbringen des Bären gestellt. Vom Abschießen kann keine Rede sein", meint Doris Hary aus dem Büro des zuständigen Umweltlandesrates Gerhard Kurzmann.
Informationen
Andere wiederum fordern vom Land und Experten Informationen und Aufklärung. Einerseits, was den Herdenschutz betrifft, aber auch ganz allgemein: "Ich bin Hüter auf der Winkleralm und am Wochenende waren Touristen da, die von mir wissen wollten, wie sie sich bei einem Kontakt mit dem Bären verhalten sollen", erklärt etwa Erich Zeiringer. "Ich weiß das ja auch nicht. Manche sagen, man soll ruhig liegen bleiben. Das schaffe ich in so einer Situation sicher nicht."
"Natürlich steht der Mensch nicht auf dem Beuteschema. Aber dieser Bär ist nicht normal, das sieht man an allem, was bisher passiert ist. Wenn sich der in die Enge getrieben fühlt, dann gute Nacht", ist Ilsinger, der selbst Jäger ist, überzeugt. Und er fragt: "Was muss alles passieren, bevor die Behörden reagieren?"














