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Zuletzt aktualisiert: 29.06.2012 um 20:30 UhrKommentare

"Bär mit Tötungstrieb"

Der WWF schlägt Herdenschutz für die Schafe in Donnersbachwald vor. Experten entgegnen, dass das im bewanderten Gebiet sehr schwierig sei.

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Quelle © Foto: KLZ Digital Bärenalarm: Bauern trieben ihre Schafe ab

Der Bär sorgt weiter für Aufregung. "Spinnt denn die Welt? Wir treiben in Tausenden Arbeitsstunden 450 Tiere von der Alm, damit sich ein einziges anderes Tier ausleben kann?", fragen die Züchter. Und man mutmaßt, dass der Bär "gewisse Abnormitäten" aufweist. "Der Tötungstrieb ist jedenfalls besonders ausgeprägt", ist Vize-Kammerpräsident Hans Resch überzeugt. Die Schafe wurden zerfetzt, dass die Teile im Umkreis von zehn Metern zerstreut waren. "Ein normaler Bär holt sich ein Schaf und frisst es - hier wurden um die 40 Stück Tiere umgebracht", ärgern sich die Bauern. Und selbst Bärenanwalt Georg Rauer ist sich nicht sicher, ob dieses Verhalten für einen Bären noch normal ist. "Darauf zu antworten ist ganz schwierig."

Ganz sicher ist sich hingegen der WWF, dass das Tier bleiben soll. "Konzepte im Herdenschutz, etwa der Einsatz von Hütehunden, liegen seit Jahren auf dem Tisch. Die Landesregierung muss diese Rezepte nur endlich aufgreifen, und die Betroffenen darüber aktiv informieren", heißt es in einer Aussendung.

Georg Höllbacher, Leiter der nationalen Stelle für Herdenschutz, widerspricht dem. "Ein Schäfer mit Hunden kann natürlich helfen, einen Bären abzuwehren. Aber Hunde nehmen dort in 2000 Metern jeden anderen auch als Eindringling wahr. Das ist letztlich doch ein frequentiertes Wandergebiet. Ich möchte nicht wissen, wie diese Hunde reagieren, wenn sie dann auf Wanderer treffen oder, was noch schlimmer wäre, wenn Wanderer selbst Hunde mitführen. So funktioniert das jedenfalls nicht."

CHRISTIAN HUEMER

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