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Zuletzt aktualisiert: 01.06.2012 um 20:30 UhrKommentare

Moorsee war Fall für die Wasserrettung

Acht Bauern und ein beseelter Fachmann retteten den Putterersee vor dem Untergang. Das Öko-System ist heute intakt, der Badespaß garantiert.

Die Wissenschaft und Bauern mit Weitblick verhalfen dem Putterersee zu bester Wasserqualität. Vor 25 Jahren startete ein umfangreiches Rettungsprogramm für den See und das Öko-System

Foto © Carmen OsterDie Wissenschaft und Bauern mit Weitblick verhalfen dem Putterersee zu bester Wasserqualität. Vor 25 Jahren startete ein umfangreiches Rettungsprogramm für den See und das Öko-System

Ein Sprung in den Putterersee war vor 25 Jahren mehr Abenteuer als Vergnügen: "Die Leute sind mit roten Pusteln auf der Haut aus dem Wasser zurückgekommen", erinnert sich Karl Buchgraber, Institutsleiter für Pflanzenbau und Kulturlandschaft der Forschungsanstalt Raumberg-Gumpenstein in Irdning. "Der See war damals in Wahrheit kaputt, eine Kloake." Der sensible Moorsee, der gerade einmal vier Meter tief und rund 14 Hektar groß ist, habe die Nährstoffüberfrachtungen nicht bewältigen können. "Es war die Summe vieler Kleinigkeiten, die das System zum Kippen brachten, von der landwirtschaftlichen Nutzung der angrenzenden Flächen bis zu den vielen Enten, die in den See ge..., Sie wissen schon, haben. Wenn man weiß, dass ein Kilo Phosphor etwa 12.000 Liter Sauerstoff bindet, ist die Dimension vorstellbar."

Der damalige Bürgermeister von Aigen wurde bei Karl Buchgraber vorstellig, ersuchte den Experten um Hilfe. Varianten wie die Entlüftung des Sees oder das Absaugen des Schlammes entpuppten sich als zu teuer oder nicht zielführend. "Die einzige Möglichkeit war, die Schwachstellen zu analysieren und zu schauen, dass nichts mehr in den See hineinkommt."

Öko-Programme waren vor einem Vierteljahrhundert nicht der große Renner, "ein rotes Tuch", benennt Buchgraber die damals weitverbreitete Einstellung. "Aber ich habe gewusst, dass es ohne die Bauern nicht geht, und habe mich mit ihnen zusammengesetzt." Acht Landwirte waren betroffen, "alle kamen mit ins Boot, sie haben wesentlich zum Erfolg beigetragen". Ausschließlich auf freiwilliger Basis. "Ich bin ja nur der Karl aus Lantschern und keine Behörde, die etwas vorschreiben kann, und mit Drüberfahren ist ohnehin nichts zu erreichen", weiß der Wissenschafter, der auf Vertrauensbildung setzt.

Für einen Gürtel von etwa 150 Metern um den See wurde ein Düngeverzicht vereinbart, die Düngung im Zuflussbereich reduziert, zwei Maisäcker wurden in Grünland umgewandelt und das Schilf bewirtschaftet, um Nährstoffe fernzuhalten. Gemäht wird nur mehr einmal jährlich im August. "Im Kern geht es daraum, dass kein Boden offen ist und Nährstoffe mit Hilfe von Pflanzen herauszufiltern, damit sie nicht ins Wasser gelangen", so Buchgraber. Der Entenbestand wurde reduziert, auch die Modernisierung der Badeanstalt habe zur Verbesserung der Situation beigetragen. Heute hat das Wasser im Putterersee Top-Qualität. "Es ist fast schon zu gut", schmunzelt Buchgraber, "denn durch das wesentlich klarere Wasser dringt mehr Licht durch und regt das Algenwachstum an." Abhilfe schaffen eingesetzte Fische, die Schlamm aufwirbeln.

Artenvielfalt

Landwirtschaft, Tourismus und Ökologie existieren mittlerweile gedeihlich nebeneinander. Am westlichsten Seeufer ist mittlerweile die artenreichste Wiese entstanden: 910 verschiedene Pflanzen sind auf einem Quadratkilometer zu finden. Die Erfolge werden am Mittwoch mit einem Öko-Fest am See gefeiert.

UTE GROSS

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