Respektvoller Umgang mit der Natur
Der Frühling ist die Zeit der (Auf)Lebens - aber nicht nur der Natur. Viele Wildtiere bekamen bereits ihren ersten Nachwuchs. Bezirksjägermeister geben Tipps im Umgang mit ihnen.

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Die Natur erblüht und erwacht zu neuem Leben. Und nun hat auch die heimische Tierwelt in der Obersteiermark Nachwuchs bekommen. "Erste Junge haben bereits das Rot- und das Gamswild, Rehe, Füchse und Hasen", bestätigt Alfred Stadler, Bezirksjägermeister von Liezen.
Der rücksichtsvolle Umgang mit der Natur hat nun oberste Priorität. Daher wenden sich Jäger an alle Benützer von Feld, Wald und Wiese: "Wenn Spaziergänger auf Jungtiere treffen, sollten sie diese auf keinen Fall berühren, sondern sich einfach vorsichtig zurückziehen. Wenn Wildtiere Menschen bemerken, stellen sie sich tot."
Rehe verstecken ihre Kitze im hohen Gras, um sie zu schützen. Ein Appell der Jäger geht auch an Landwirte: "Sie sollten am Tag vor der Silage die zuständigen Revierjäger verständigen. Bevor es zu einem Unglück kommt, können sie Junge austreiben - etwa mit übel riechenden Verstänkungsmitteln. "Muttertiere holen Kitze dann in der Nacht."
Vorausschauend handeln
Neben Spaziergängern sollten auch Läufer und Mountainbiker besonders vorsichtig sein. "Weil sie sich schneller fortbewegen, haben sie einen größeren Überraschungseffekt", sagt Stadler und rät ihnen, vorausschauend zu fahren und sich zurückzuziehen, wenn sie auf Jungtiere treffen. Zudem sollten sie sich stets auf ausgewiesenen Routen bewegen. Anders ist die Situation bei Gämsen: "Sehen etwa Bergsteiger eine, ist es am besten, sich ruhig zu verhalten und abzuwarten. Wenn Gämsen Menschen wahrnehmen, ziehen sie sich in ruhigere Gebiete zurück. Diese Zeit sollte man ihnen geben und erst danach weitergehen", so Stadler.
Eine Besonderheit ist, dass es im Mittleren Ennstal seit zehn Jahren wieder Frischlinge gibt. "Sie sind zwar schon sehr mobil, aber Menschen sollten dennoch darauf achten, sie nicht zu beunruhigen", betont Stadler. Um dem vorzubeugen, empfiehlt er, nur markierte Wege zu benützen und auf Lärm zu verzichten, da er "Jungtiere und älteres Wild verstreckt und somit auch den Aktionsradius, in dem sich Menschen bemerkbar machen, vergrößert".
Brütende Vögel meiden
Ähnlich ist die Situation bei brütenden Vögeln. Besonders heikel ist das Vertreiben von den Nestern bei Auerhühnern, wie Karl Peitler, stellvertretender Bezirksjägermeister von Gröbming, betont: "Sie sind Bodenbrüter - meist unter einem Wurzelstock oder umgefallenen Fichten. Ihr Gelege sollte unbedingt gemieden werden. Fühlen sich Auerhühner gestört, verlassen sie ihre Nester und kehren - anders als andere Vögel - nicht mehr zu ihnen zurück: Kühlen die Eier aus, stirbt die Brut ab."
Ein weiterer Appell der Jäger richtet sich an Hundehalter: "Gerade jetzt sollten sie ihre Vierbeiner unbedingt an die Leine nehmen, denn immer wieder verlieren wir Jungwild durch freilaufende Hunde", so Peitler.
Wegen des langen und schneereichen Winters in der Obersteiermark sind heuer mehr Verluste zu verzeichnen. Rotwild und Rehe sind weniger betroffen, weil sie gut versorgt wurden - wenn betrifft das eher schwächere Kitze und ältere Tiere. Das Gamswild hingegen darf nicht gefüttert werden. "Im Bereich Bad Mitterndorf und Bad Aussee war der Gamswildausfall höher, weil die Schneedecke mit zwei bis drei Metern zu hoch war und kaum Lawinen abgingen. Damit blieb die Futterfläche für das Gamswild unerreichbar. In Bad Aussee haben wir im Februar vier Kapitalhirsche verloren", sagt Peitler.














