Partylöwen und pfiffige Fans
Wieder wurde Schladming von den Fans gestürmt. Mehr als 50.000 drängten sich an der Piste und in der Meile.

Foto © GEPASchladming ist ein Zuschauermagnet. Die Fans säumten wieder in Massen den Pistenrand
Und täglich grüßt der Nachtslalom. Da kann es in den Nächten vorher kübeln, wie es will, da spielt das Schneetreiben beim Rennen keine Rolle: Schladming wurde beim gestrigen Nachtslalom von den Fanmassen gestürmt wie eh und je. 40.000 bis 45.000 Zuschauer drängten sich entlang der Rennpiste und auf der Weltcupmeile waren auch während des Rennens Tausende unterwegs, die sich (wenn überhaupt) das Rennen auf den zwei großen Videowänden gaben.
Eine Gruppe aus Wels hat ihre Hetz' an einer der 70 Bars im Stadtzentrum. Rot-weiß-rot von einem Ohr bis zum anderen und dann doch nicht direkt beim Rennen dabei? Für die feierlustigen Oberösterreicher kein Widerspruch. "Auf der Weltcupmeile gibt es die beste Freiluftparty Österreichs und das Rennen sehen wir ja auch von hier", war einem der Partylöwen zu entlocken. Dann dröhnte der nächste Schlager aus den Lautsprechern und bekam an der Bar stimmkräftige Verstärkung.
Laut war es auch in der Nachtslalomarena, dort gaben allerdings die Schifans den Ton an. Da braucht es keine Startliste, um zu wissen, wann einer der rot-weiß-roten Slalomstars ins Rennen geht. Wobei nach Marcel Hirscher eigentlich Benjamin Raich bei den Fans den größten Jubel abräumte. Trotz späterer Startnummer und eineinhalb Sekunden Rückstand im ersten Durchgang. Wen wundert's? Raich ist mit vier Siegen der unumstrittene König der Schladminger Slalomnächte und die Fans merken sich ihre Helden gut.
Nur einmal zog atmosphärisch eine kleine Störung über den Zielhang. Ganz hatten die Zuschauer dem Kroaten Ivica Kostelic den - beigelegten - Zwist mit Marcel Hirscher offenbar nicht verziehen. Aber im Vergleich zu dem, was sich am Tag vor dem Rennen zusammengebraut hatte, hielt sich das Pfeifkonzert im Stadion - gegen das Platzsprecher Sepp Raich tapfer anjubelte - in halbwegs diplomatischen Grenzen.
















