Spielehersteller JoWood ist endgültig pleite
Das börsenotierte Unternehmen kämpft seit Jahren ums Überleben und ist schon einmal knapp an der Insolvenz vorbeigeschrammt. Am Donnerstag wurde bekannt, dass die Verhandlungen mit möglichen Investoren geplatzt sind.

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JoWooD hatte im Jänner 2011 die Eröffnung eines Sanierungsverfahrens beim Handelsgericht Wien beantragt. Erst vor einem Monat hieß es, zwei mögliche Investoren seien noch im Rennen. Insolvenzverwalter Helmut Platzgummer zeigte sich zuversichtlich, dass für JoWooD eine Lösung gefunden werde, da es Interesse an dem Unternehmen gebe, wie er damals zur APA sagte. Anfang April wurde dann bekannt, dass die Sanierungsplantagsatzung nicht wie ursprünglich vereinbart am 7. April, sondern erst am 5. Mai stattfinden werde. JoWooD hatte den Sanierungsplan nicht zustande gebracht.
JoWooD wurde 1995 gegründet und produziert, vermarktet und vertreibt Computerspiele. Das Unternehmen ist in den Kernmärkten Europas und in Nordamerika tätig und beschäftigt gruppenweit 85 Mitarbeiter, etwa 20 bis 25 davon in Österreich.
In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres hat das Unternehmen bei einem auf 8,163 Mio. Euro mehr als halbierten Umsatz (nach 18,627 Mio. Euro) einen operativen Verlust von 14,304 Mio. Euro eingefahren. Der Konzernverlust betrug 25,046 Mio. Euro - im gleichen Zeitraum des Vorjahres wurde noch ein Gewinn von 967.000 Euro ausgewiesen.
Das Jahr 2010 verlief für die Firma ziemlich turbulent. Im April legte Albert Seidl, Vorstandsvorsitzender und CEO, sein Mandat zurück, Ende Oktober verlor JoWooD außerdem seinen Finanzvorstand Klemens Kreuzer. Im August gab das Unternehmen bekannt, seinen Halbjahresbericht zu verschieben. Erst Monate später, als am 9. November die außerordentliche Hauptversammlung tagte, wurde die Bilanz für das erste Geschäftshalbjahr veröffentlicht. Bei einem Umsatz von 2,596 Mio. Euro fuhr das Unternehmen einen Verlust von 20 Mio. Euro ein.
Zur Verlustabdeckung wurde damals beschlossen, einen Kapitalschnitt im Verhältnis 7:2 vorzunehmen und dabei das Grundkapital von 19,15 Mio. auf 5,47 Mio. Euro zu kürzen. Der neue Aktien-Nennbetrag solle 2 statt 7 Euro betragen, das Grundkapital der Gesellschaft in rund 2,74 Mio. Stück Aktien zerlegt werden, hieß es damals.















