Hochburgen zwischen Murau und Bad Radkersburg
Rote Industriestädte, schwarze Oststeiermark - starke Grüne in Schwarzenegger-Gemeinde, Verlierer FP hielt sich in Voitsberg.

Foto © Scheriau/Sujet
In der Steiermark hat die SPÖ bei den Kommunalwahlen nach wie vor ihre stärksten Stimmenanteile in den Industriestädten des Landes wie Leoben, Bruck/Mur, Kapfenberg oder Judenburg, wo auch die KPÖ seit Jahrzehnten in den Gemeindestuben vertreten ist. Die Volkspartei ist traditionell in den ländlich geprägten ost- und obersteirischen Kommunen stark. Die Freiheitlichen hatten 2005 herbe Verluste einstecken müssen. Mit dem BZÖ tritt diesmal ein neuer Player landesweit an.
SPÖ-Hochburg ist der Eisenbahner-Ort Selzthal (Bezirk Liezen), wo man vor fünf Jahren auf 86,85 Prozent kam, gefolgt von der Papierindustrie-Gemeinde Niklasdorf bei Leoben (84,05 Prozent). In den Industrie- und Bergbaurevieren wie Rabenwald (Hartberg) kamen die Roten auf 80,28 Prozent, in Bärnbach (Voitsberg) auf 79,77, in Kapfenberg (Bruck/Mur) auf 77,71 und in den Bezirkshauptstädten Bruck/Mur und Leoben auf 66,35 bzw. 61,46 Prozent.
Die ÖVP trumpft in 15 kleinen Ortschaften wie - nomen est omen - Schwarzau im Schwarzautal oder Breitenfeld am Tannenriegel und Freiland mit einer 100 Prozent-Mehrheit auf. In sozialdemokratisch dominierten Städten wie Bruck und Leoben errang die Volkspartei 2005 Achtungserfolge, bewegte sich aber noch unter der 20-Prozent-Marke. Traditionell schwarze Hochburgen sind die ländlich geprägten Bezirke Hartberg, Murau, Feldbach, Radkersburg und Fürstenfeld, wo auch die Bezirksstädte schwarz regiert werden. Weiters hat die Volkspartei in den meisten Gemeinden des Bezirks Leibnitz die Nase vorn. Die oststeirische Industriestadt Weiz ist eine rote Insel (73,08 Prozent) in einem ansonsten ÖVP-dominierten Bezirk.
Die FPÖ hatte bei den Kommunalwahlen 2005 starke Verluste hinnehmen müssen und war vor allem in den größeren Städten abgesackt: Lediglich im weststeirischen Köflach (Voitsberg) war man noch zweistellig (11,98 Prozent). Hochburgen der Freiheitlichen waren Salla (Voitsberg), wo 106 Stimmberechtigte 41,25 ausmachten bzw. Rinegg (Murau), wo 46 Wähler für einen Stimmenanteil von 39,66 Prozent sorgten.
Grüner Rekord in Thal
Die Grünen hatten vor fünf Jahren in der Heimatgemeinde von Arnold Schwarzenegger, Thal bei Graz, mit 20,92 Prozent ihr bestes Einzelergebnis, ebenfalls zweitstärkste Fraktion hinter der SPÖ wurde man mit 17,76 Prozent in Zeltweg, wo man übrigens wegen eines Streits der Landespartei mit dem örtlichen Listenführer heuer nicht antritt. Die KPÖ, die 2005 nur in acht Gemeinden im obersteirischen Industriegürtel antrat, "riss" am meisten in Knittelfeld (10,23 Prozent), Leoben (10,47 Prozent) und Eisenerz (8,14 Prozent). Das BZÖ stellt in der österreichweit bekanntgewordenen Kindergeld-Testgemeinde Öblarn mit Anton Knerzl den Vizebürgermeister.
Im einwohnerstarken Bezirk Graz Umgebung hatte zuletzt die SPÖ die ÖVP stimmenmäßig überrundet. Einige SPÖ-Kommunen konnten 2005 von den Krisenerscheinungen in der schwarzblauen Regierung und der drohenden, wenig später real gewordenen Spaltung der FPÖ profitieren.
Als Bürgerlisten-Monument gilt mittlerweile Peter Merlini, der einst die ÖVP verlassen und seit Jahren Bürgermeister von Bad Radkersburg ist.














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