Der Kampf ums Geld und die Jugend
Der Grazer Martin Wiegele kämpft heuer wieder in der zweiten Golf-Liga um ein European-Tour-Ticket und spricht über seine Sehnsüchte und Verdienste. Im Nachwuchs ortet der Steirer Probleme.

Foto © GEPAMartin Wiegele
Minus zwei Grad, tiefhängende Wolken und Martin Wiegele schlägt in Andritz einen Kübel Bälle in die weiße Landschaft. Klingt nicht unbedingt nach einem süßen Golferleben, oder? Doch alles halb so schlimm, nach einem Urlaub in Ägypten ("Erstmals seit fünf Jahren waren das zwei Wochen ohne Golfschläger") geht's für den Grazer bereits morgen Richtung Tampa. Dort mietet sich der Steirer in einem Apartment seines Bruders ein und holt sich an einem der schmucken Golfplätze im sonnigen Florida den letzten Feinschliff, ehe er am 18. Februar in Kolumbien in die neue Challenge-Tour-Saison startet. Drei Schläge fehlten dem 31-Jährigen letzten Herbst für das ersehnte European-Tour-Ticket, doch Wiegele scheiterte ebenso wie seine anderen fünf Landsleute, die sich versucht hatten. Und so ist Markus Brier erstmals seit Jahren wieder der Einzige, der die Alpenrepublik im "Konzert der Großen" vertritt.
Finanzielle Einbussen
Wiegele ("Im letzten Jahr war ich so konstant wie noch nie. Nur die Top-Ergebnisse haben gefehlt") muss sich also erneut über die zweite Liga einen Platz an der Golf-Sonne, wo er ja bereits zwei Mal war, erkämpfen. Zumindest 25 Turniere will der Steirer heuer spielen, die Saison ist allerdings aufgrund ausbleibender Erfolge und der Weltwirtschaftskrise erstmals nicht ganz durch Sponsoren gedeckt.
Ein kurzer finanzieller Einblick: Eine Challenge-Tour-Saison kostet Wiegele rund 40.000 Euro, im Jahr 2009 kassierte der Grazer rund 80.0000 Euro brutto. "Allerdings ist bei dieser Rechnung schon das Auto, dass ich ich Seltenheim durch mein ,Hole in one' gewonnen habe, dabei. Außerdem musste ich keinen Caddie bezahlen." Apropos Caddie: Die kosten pro Woche 900 Euro, dazu kommt noch eine Erfolgsprämie. Im Extremfall, sprich bei einem Turniersieg, sind das zehn Prozent des Siegerschecks. In seiner bisherigen Karriere hat der Steirer knapp 500.000 Euro brutto verdient. "Das ist kein schlechtes Gehalt und daher sehe ich auch keinen Grund, mit dem Golfen aufzuhören. Im Gegenteil, ich will wieder auf die European Tour - und ich weiß, dass ich das Zeug dazu habe."
Zu wenig Förderungen
Neben Wiegele stellen sich heuer noch fünf weitere Österreicher der Herausforderung Challenge Tour. Darunter mit Roland Steiner auch ein zweites steirisches Eisen. Eine positive Zahl, die man auch dem schwedischen ÖGV-Tainerduo Forsbrand und Jendelid verdankt. Diese sind allerdings nur für die Profis zuständig, bei der Jugend krankt es laut Wiegele hingegen: "Die Klubs brächten mehr finanzielle Unterstützung für den mangelnden Nachwuchs. Denn eines ist klar: Nur aus der Masse kann auch echte Klasse entstehen."
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Hochgesteckte Ziele
Bei den Damen läuft die Vorbereitung auf die Ladies European Tour (LET) 2010 bereits auf Hochtouren. Die Pölserin Nicole Gergely, die letztes Jahr mit den Open de France als erste Österreicherin ein LET-Turnier gewinnen konnte, hat sich hohe Ziele gesteckt: "Die Qualifikation für ein Major sowie der Sprung unter die Top 10 der Order of Merit." Als zweite "LET-Steirerin" schlägt heuer Stefanie Michl ab, Eva Steinberger hofft zumindest auf ein paar LET-Einsätze.
GOLF-HIGHLIGHTS 2010 IN DER STEIERMARK
Turniere für Professionals
19. bis 20. April: "neuwohnen Business ProAm", GC Murhof (Preisgeld 15.000 Euro).
30. April bis 2. Mai: Gösser Open, GC Erzherzog Johann/Maria Lankowitz ( 40.000).
6. bis 9. Mai: Lyoness Open, GC Gut Freiberg (60.000).
24. bis 27. Juni: Die Presse Nationale Offene Meisterschaft (auch Amateur-Staatsmeistershaft), GC Gut Murstätten (20.000).
Turniere für Amateure:
10. bis 11. April: Steir. Meisterschaften GC Gut Murstätten.
10. bis 11. Juli: Steir. Mannschafts.-Meisterschaften ( Weißenbach).
29. Juli bis 1. August: Internationale Amateur Meisterschaften/Damen GC Murhof.
13. bis 15. August: Österreichischen Mannschaftsmeisterschaften GC Dachstein Tauern/GC Weißenbach/GC Murtal/GC Kreischberg.
Eine neue Golf-Bühne
Die "Adenbeck PGA Tour" bietet heuer nationalen und internationalen Pros sowie den besten heimischen Amateuren eine neue Bühne. Bei 27 Turnieren (darunter auch die Nationale Offene in Murstätten Ende Juni) geht's um insgesamt knapp 200.000 Euro sowie für die Top 3 um Tickets für die Tourschool.















