Mythos zieht illegale Taucher magisch an
Die Bundesforste lassen Toplitzsee wissenschaftlich durchleuchten und hoffen, das die Schatzsucher dann dem See seine Ruhe lassen.

Foto © APATaucher im Toplitzsee
der Mythos Toplitzsee lebt und das Ausseerland lebt davon ganz gut, den Geschichten um die Geschichte wird daher - sei es mit versenkten Bierkapseln oder groß angekündigten und wieder abgesagten Tauchaktionen - immer wieder neues Leben eingehaucht.
Aktuell kursiert die Kunde, die Bundesforste als Besitzer des Sees wollten den letzten Tauchgang im Toplitzsee "versteigern" - neue Mythen inklusive. Das Wort "versteigern" hört Bernhard Schragl, Pressesprecher der Bundesforste, nicht gerne. "Diese Darstellung ist in der Debatte um unser Vorhaben entstanden, ist von uns aber nicht so gemeint. Den Zuschlag für die angepeilte Betauchung bekommt nicht, wer am meisten Geld auf den Tisch legt, sondern der Bestbieter."
Entmystifizierung
Bestbieter im Sinn der Bundesforste sei, wer die gestellten Aufgaben am besten bewältigen könne. "Wir haben einen klaren Kriterienkatalog und dafür suchen wir mögliche Partner. Uns geht es vorrangig darum, dass der gesamte See kartiert wird und um die wissenschaftliche Bearbeitung", erklärt Schragl. Mit einer Versteigerung habe das nichts zu tun, "wir werden eine öffentliche Ausschreibung im Sinn unserer Ziele durchführen". Diese Ausschreibung könnte bereits im Februar oder März erfolgen. Der ultimative Tauchgang soll dazu dienen, der Sage um den Nazi-Schatz auf den Grund zu gehen. "Erreichen wollen wir eine Entmystifizierung des Sees, obwohl klar ist, dass das nicht alle im Ausseerland wollen, weil befürchtet wird, dass dann weniger Leute kommen. Diese Bedenken habe ich nicht, denn der See ist so schön und idyllisch, dass er immer ein Magnet sein wird", ist Schragl überzeugt.
Illegale Taucher
Der tiefere Hintergrund ist, dass die Bundeforste durch wissenschaftliche Klarheit "Schwarztaucher" fern halten möchten. Bereits sei den 1980er-Jahren besteht für den Toplitzsee, der unter strengem Naturschutz steht, absolutes Tauchverbot, Ausnahmegenehmigungen wurden und werden nur für spezielle Projekte nach genauer Prüfung erteilt. Das sagenumwobene Gewässer lockt aber immer wieder selbst ernannte Schatzsucher an, wodurch laut Bundesforsten der Fischbestand empfindlich gestört werde. "Illegale Tauchaktionen lassen sich ohnehin nie verhindern. Aber wenn belegt ist, dass im See nichts drinnen ist, fällt der Anreiz weg", lautet die Hoffnung.
Seit bekannt ist, dass die Bundesforste den See betauchen lassen wollen, entstehen im Ausseerland neue Legenden: Gebote um die 300.000 Euro würden für den Zuschlag erwartet, wird hartnäckig kolportiert. "Ich habe keine Ahnung, wo diese Zahl herkommt, ich kann damit überhaupt nichts anfangen", sagt Schragl. Nachsatz: "Ich glaube, dass für die Bundesforste daran nicht viel zu verdienen sein wird und, wie gesagt, dieser Aspekt steht für uns auch nicht im Vordergrund." Gerechnet wird allerdings mit vielen Anfragen.
Angeblich interessiert sich auch der US-Forscher Norman Scott wieder dafür - er hat mehrfach Tauchgänge angekündigt und dafür auch die erforderlichen Genehmigungen erhalten - die Ambitionen dürften aber an den fehlenden finanziellen Mitteln für das Abenteuer gescheitert sein. Schragl trocken: "Bewerben kann sich jeder, auch Herr Scott. Wir entscheiden danach, wer unsere Anforderungen am besten erfüllen kann."
















