Feuerwehr sieht Schwarz
Noch ist Grazer Freiwillige Feuerwehr nicht im Einsatz, schon wird sie zum Politikum. FP ortet zu viel schwarzen Einfluss an der Sp(r)itze.

Foto © Stadt Graz/FischerFreiwillige Feuerwehr: Zwietracht vor der Kür der Kommandanten, die aus Nagls Nahbereich kommen
Das Gezündel hinter den Kulissen geht schon länger, doch jetzt rückt ein Mitglied der neuen Grazer Freiwilligen Feuerwehr aus. "Es scheint, dass sich die ÖVP alle wichtigen Posten und so den Einfluss auf die Freiwillige Feuerwehr sichern will", ärgert sich Harald Korschelt, FP-Gemeinderat und einer der 80 neuen ehrenamtlichen Grazer Florianijünger. Konkret wurmt ihn, dass am Donnerstag mit Helmut Nestler und Enrico Radaelli zwei Vertrauensleute des Bürgermeisteramtes zum Kommandanten und dessen Stellvertreter gekürt werden.
"Fähige Leute. Nestler sitzt im Rathaus im Präsidialamt und widmet sich dort auf Wunsch von Bürgermeister Siegfried Nagl Statistiken zur Stadt, Radaelli ist einer von zwei Öffentlichkeitsarbeitern Nagls. Korschelt: "Nestler hat mir schon vor Weihnachten gesagt, es sei fix, dass er Kommandant werde." Unter der Hand sei der FPÖ das Amt des Stellvertreters angetragen worden: "Aber wir wollen keine Gegengeschäfte, die Freiwillige Feuerwehr soll kein Politikum werden! Und wir brauchen fähige Leute an der Spitze."
Nestler als Kommandant und Radaelli als Vize sind fix, weil sie den Mitgliedern als einzige Wahlvorschläge vorgelegt werden. Für den Initiator der Freiwilligen Feuerwehr, VP-Gemeinderat Kurt Hohensinner, sind es aber die Freiheitlichen, die politisches Kleingeld wechseln wollen: "Wäre es ihnen wichtig gewesen, dass es Gegenkandidaten gibt, hätten sie sich nur aufstellen lassen müssen." Das stehe jedem Mitglied der Truppe frei. Nestler, der auch Chef der Wasserrettung ist, und Radaelli, der in Rottenmann jahrelang Florianijünger war, seien sehr wohl qualifiziert.
Kommando. Dass Radaelli schon ein wenig Kommando führt, zeigt, dass er seit vorigen Herbst die Homepage der Freiwilligen Feuerwehr verantwortet. Pikant: Im Archiv führt er auch einen Artikel über einen Konflikt um die "Freiwillige". Darin bezeichnet Berufsfeuerwehr-Chef Otto Meisenberger die ehrenamtlichen Florianijünger als entbehrlich. Diese Archivauslese bietet wohl neuen Zündstoff in der "Partnerschaft", in der die Ehrenamtlichen Meisenberger unterstehen.














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