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Zuletzt aktualisiert: 03.07.2010 um 20:16 UhrKommentare

Putschegln und Stricken mit Wattefäden

Heute gibt es Spielzeug im Überfluss. Womit aber haben sich Kinder früher beschäftigt? Ältere Menschen aus dem Bezirk erinnern sich ans "Putschegln" oder Pfitschipfeilschießen.

Putschegln, ein Begriff, den die heutige Generation wohl kaum noch kennt, der so manchem Älteren aber vertraut in den Ohren klingt. Für Günter Antensteiner aus Leoben war das Putschegln ein beliebtes Spiel im Freundeskreis. "Dazu haben wir einen spitzen Zweig in die Erde gesteckt. Diesen galt es auszuhebeln, indem wir mit weiteren Zweigen darauf zielten", erinnert sich der 70-Jährige. Hasel- und Weidenzweige waren die Hauptzutat für damalige Lausbubenspiele. "Wir haben daraus Bogen und Pfitschipfeile gemacht oder mit Haselzweigen Speer geworfen. Ich kann mich auch daran erinnern, dass mir mein Vater auf unseren Wanderungen in den Wäldern um Leoben einige Male ein Maipfeiferl aus Weidenästen geschnitzt hat", erzählt Antensteiner.

Peter Pahl, der in St. Stefan seine Kindheit verbrachte, erzählt von seinen Erinnerungen. "Wir waren an die zehn Freunde und unser Spielzeug waren die Zäpfen der Bäume oder die Rinde der Lärchen, mit denen wir Schifferl gebaut haben. Aus Spanholz haben wir Wasserräder zusammengenagelt, die im Bacherl tadellos funktionierten. Wir haben auch oft Indianer gespielt oder uns aus Brettern Schwerter geschnitzt. Obwohl die Kindheit damals nicht einfach war, finde ich, dass wir schöner aufgewachsen sind, als die Kinder heute", meint der 64-Jährige. Seine Enkel würden sich viel eher für Computerspiele interessieren. "Wenn ich in den Wald gehe, versuche ich hin und wieder ein Maipfeiferl zu schnitzen und es geht noch immer", freut sich Peter Pahl.

Spärliche Freizeit

Seine Frau Zita kannte Spielen in ihrer Kindheit nicht. "Wir waren 16 Kinder und wurden schon früh zu Bauern zum Arbeiten aufgeteilt. Da gab es nur Arbeit. Da ich Spielen nicht kannte, hatte ich auch keine Sehnsucht danach. In meiner spärlichen Freizeit habe ich mich damit beschäftigt, meine kaputte Kleidung zu flicken oder neue Schürzerln zu nähen", lässt die 80-Jährige ihre Gedanken in die Vergangenheit schweifen.

In der Kriegszeit habe ihr eine Bäuerin das Spinnen beigebracht, erklärt Zita Pahl. Und weiter: "Wir hatten nichts anderes als Watte, woraus wir feine Fäden gesponnen und uns die allerschönsten Stutzen mit Lochmuster gestrickt haben. Das Stricken, das ich in der Schule gelernt habe, war meine große Leidenschaft von Kindheit an", erinnert sich Zita Pahl zurück.


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