"Bürger für Veränderungen begeistern"
Bürgermeister Mario Abl hat sich in seiner Diplomarbeit intensiv mit neuen Strukturen in Gemeinden auseinandergesetzt.
Trofaiachs Bürgermeister Mario Abl hat sein Studium für Wirtschaftswissenschaften an der Alpe-Adria Universität in Klagenfurt beendet und ist nun Master of Business Administration. Wen interessiert das?, werden sich jetzt einige fragen. Das Spannende daran: Das Thema seiner Diplomarbeit. Unter dem Titel "Interkommunale Kooperation - Veränderungsmanagement der Kommunalverwaltung" hat Abl das Vordernbergertal näher unter die Lupe genommen, für das er nun im Zuge der Gemeindestrukturreform gemeinsam mit seinen Bürgermeisterkollegen Walter Hubner (Vordernberg) und Alfred Lackner (Hafning) einen Neustart plant. Die drei Gemeinden waren bekanntlich die ersten im Bezirk, die mittels Gemeinderatsbeschluss bekundet haben, dass sie bezüglich einer Fusion auf gleicher Augenhöhe in Verhandlungen treten. Mittlerweile wird intensiv verhandelt.
Abls Diplomarbeit fußt auf einer Umfrage aus den Jahren 2008/2009, die damals als Grundlage für ein kleinregionales Entwicklungskonzept in der Region Reitingblick herangezogen wurde. "Die Umfrage hat ergeben, dass sich schon damals 85 Prozent der Bevölkerung für eine engere Kooperation der Gemeinden auf verschiedenen Ebenen ausgesprochen haben und dass es wichtig ist, dieses Thema zu starten", erklärt Abl. Dieses Ergebnis habe ihn motiviert und habe ihm gezeigt, dass die Bevölkerung im Denken schon weiter sei als die Politik. "Das ist also ein Funktionärsproblem", so Abl. Und dieses gelte es jetzt, durch die Strukturreform des Landes aufzubrechen.
Bürger mitnehmen
"Menschen sind für nachvollziehbare Strukturen absolut zu haben", ist Abl überzeugt. Ganz wichtig sei es aber, die Bürger auf einen Veränderungsprozess mitzunehmen. "Wir müssen die Leute für Veränderungen begeistern, sie in Aufbruchstimmung bringen, etwas Neues schaffen zu wollen", betont Abl.
Vorrangig sei es auch, die lokale Identität zu bewahren. Etwa in Vereinen. Wenngleich Abl zu bedenken gibt, dass die Vereine im Vordernbergertal ohnehin schon lange zusammen gewachsen seien. Beispielsweise bei der Stadtkapelle Trofaiach, in der neben Trofaiachern Hafninger, Trabocher und Gaier mitspielen. "Die Grenzen haben sich schon aufgeweicht und Kinder und Jugendliche denken sowieso ohne Grenzen", ist Abl überzeugt.
In seiner Arbeit sei er zum Schluss gekommen, dass man im Bezirk Leoben vier bis fünf starke Kommunen brauche, die auch kooperieren und an regionalen Strukturen arbeiten, denn: "Wir können nur mehr in größeren Strukturen die Qualität für die Bürger gewährleisten", betont Abl.








