"Fünftes Rad der Stadt"
Werner Scheer, SP-Bürgermeister von Proleb, spricht sich ganz klar gegen eine Gemeindefusionierung mit Leoben und Niklasdorf aus.

Foto © SchöberlRegioNext-Zusammenarbeit: Matthias Konrad, Dunja Valenti, Werner Scheer und Joachim Schauer (von links)
Während Trofaiach, Hafning und Vordernberg konkret Verhandlungen in Sachen Gemeindefusion führen, ist das für Werner Scheer, SP-Bürgermeister von Proleb, kein Thema. Eine Fusion mit Leoben und Niklasdorf kommt für ihn nicht infrage.
"Wir haben eine ganz klare Linie im Gemeinderat. Wir sind für Zusammenarbeit mit Leoben und Niklasdorf, aber gegen eine Zusammenlegung. Das würde Proleb keine Vorteile, sondern nur Nachteile bringen", so Scheer. Einen Beschluss gebe es nicht, aber die im Gemeinderat vertretenen Fraktionen seien sich einig. Im Fall einer Fusionierung sei man nur "das fünfte Rad der Stadt. Alles, was zu groß wird, geht irgendwann in die Sterne auf. Das sieht man bei der EU", erklärt Scheer. Auch der Tenor in der Bevölkerung gehe seiner Meinung nach gegen eine Fusionierung. "Wir arbeiten schon jetzt intensiv mit Leoben und Niklasdorf zusammen. Mit Leoben bei der Müllentsorgung, der Abfallwirtschaft und im Reinhalteverband. Mit Niklasdorf arbeiten wir etwa in Sachen Standesamt, Musik und Schwimmbad zusammen."
Eigenständigkeit
Man habe in Proleb eine Dorfgemeinschaft mit guten Strukturen: "Die Leute wollen eigenständig bleiben, etwa bei der Feuerwehr und den Vereinen. In den vergangenen Jahren wurde versucht, kleine Gemeinden auszuhungern. Uns wurde viel Infrastruktur weggenommen", meint Scheer weiter. Proleb sei eine Wohnsitzgemeinde, die einen Zuzug aufweisen könne: "In den kommenden Jahren werden wir 50 bis 60 neue Wohneinheiten dazubekommen." Mit Joachim Schauer, Bürgermeisterkollege aus Niklasdorf und dessen designiertem Nachfolger Johann Marak habe er Gespräche geführt, erzählt Scheer: "Wir liegen auf derselben Linie. Wir sind durch die Mur getrennt, die beiden Gemeinden kann man nicht vernünftig zusammenzulegen. Die Zusammenarbeit besteht ja."








