Schubhaft: Die Architekten sind jetzt am Zug
Der Startschuss für den europaweiten Architektenwettbewerb für das geplante Schubhaftzentrum in Vordernberg ist nun gefallen.

Foto © SchöberlIn Vordernberg wird das geplante Schubhaftzentrum errichtet
Jetzt sind die Architekten gefordert: Seit zwei Tagen können sich interessierte Architektenteams aus Europa die notwendigen Ausschreibungsunterlagen für ein "baukünstlerisches" Vorentwurfskonzept zum Bau des Schubhaftzentrums in Vordernberg auf der Homepage der Bundesimmobiliengesellschaft im Internet herunterladen. Das Architekturbüro, das das Rennen letztlich macht, soll die Generalplanung für das Schubhaftzentrum übernehmen. Bis zum 7. April müssen die Wettbewerbsarbeiten eingereicht sein, ein Modell des Planungsentwurfs bis spätestens 12. April. Die Jury, die die Entscheidung fällt, tagt am 22. und 23. April.
"Nach Informationen der BIG können wir davon ausgehen, dass zwischen 40 und 60 Architekten an dem Wettbewerb aus ganz Europa teilnehmen werden", erklärt Vordernbergs Bürgermeister Walter Hubner. Am Dienstag, dem 9. Februar, finden in den Barbarasälen ein Informationsgespräch und danach eine örtliche Begehung statt.
Das Bauvolumen des Schubhaftzentrums am Standort Vordernberg, Hauptstraße 162, beträgt 6114 Quadratmeter Nutzfläche und etwa 4865 Quadratmeter Freifläche. Die Kostenobergrenze setzt die BIG mit 15 Millionen Euro fest - Nettobaukosten ohne Einrichtung. Bei der Planung sollen Wirtschaftlichkeit, Sparsamkeit und Zweckmäßigkeit mit baukünstlerischer Qualität kombiniert werden.
Rahmenbedingungen
Zielsetzung sei die Schaffung eines modernen Schubhaftzentrums: Besonderer Wert solle auf die "möglichste Schonung der angehaltenen Menschen" gelegt werden: Es soll ein "würdiges individuelles Leben während der Anhaltung, insbesondere in familiärer, sprachlicher, kultureller Hinsicht und in der Religionsausübung" ermöglicht werden. Die Anhaltung soll in einem nach außen geschlossenen Areal ohne direkten Kontakt zur örtlichen Bevölkerung erfolgen: "Der Aufenthalt soll den allgemeinen Lebensverhältnissen so weit wie möglich angeglichen werden."
Von den Architekten wird die Planung folgender Bereiche gefordert: Ein Exekutivbereich mit Zugang, Wache und Leitung, Verwaltungsbereiche mit Hausverwaltung und Wirtschaftsbereich, Betreuungsbereich mit Aufnahmezone, Besucherbereich, Behörde und medizinische Versorgung, Zugangsabteilung. Dazu Aufenthaltsbereiche mit vier Männergruppen und einer Frauengruppe, eine Männer- und Frauengruppe, eine Gruppe für junge Menschen, eine Familiengruppe, Intensivbetreuung und Beschäftigungsbereiche im Gebäude. Dazu kommt die Gestaltung der Freiflächen.







