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Zuletzt aktualisiert: 26.05.2012 um 20:16 UhrKommentare

Musik gehört in Kammern zum guten Ton

Zwei Jubiläen. Der Musikverein Kammern feiert sein 140-jähriges Bestehen und die 40-jährige Freundschaft mit der Partnerkapelle Amtzell mit einem großen Blasmusikfest.

Foto © KK

Nachgewiesen ist der Musikverein Kammern seit 1872, aber es ist anzunehmen, dass die ersten Anfänge bereits viel früher liegen.

"Jetzt haben wir 38 Musikerinnen und Musiker, wobei die Hälfte jünger als 30 Jahre sind", erklärt Kapellmeister Martin Kaiser. Der Älteste ist Karl Hermann mit 83 Jahren. Seit 1946 spielt er beim Musikverein die ES-Trompete. "Ich bin auch noch bei den Weckrufen dabei. Es geht noch", meint er verschmitzt. Er hat einst Zimmerer gelernt und hält sich auch heute noch durch Arbeit fit. "Im Garten, beim Holzarbeiten und ich helfe meiner Frau im Haushalt", erklärt er. Dass er noch immer so gut zu Fuß ist, hängt vielleicht auch mit den 15 Fußwallfahrten nach Mariazell zusammen, die er mit dem ehemaligen Trofaiacher Pfarrer Franz Hirzabauer gemacht hat.

Verändert habe sich in all den Jahren einiges beim Musikverein. "Früher haben wir fast nur Volkstümliches gespielt, heute spielen wir mehr Modernes", so Hermann, der die Musik immer als Ausgleich gesehen hat. Nicht verändert habe sich aber die gute Kameradschaft. "Streitereien gibt es bei uns nicht", betont er. Die Geselligkeit sei ihm wichtig, und am liebsten spiele er Marschmusik. "Solange es geht und sie mich haben wollen, spiele ich weiter", meint er.

Für die Jungen ist Hermann ein Vorbild, wie der zehnjährige Julian Zötsch, einer der Jüngsten des Musikvereins, erklärt. "Weil er schon so lange dabei ist und immer durchgehalten hat", meint Julian, der die Trommel schlägt und in der Musikschule Liesingtal Schlagzeug lernt. Ihm gefalle im Verein vor allem das Musizieren an sich. "Ich bin wirklich mit Freude dabei." Bei seinem bisher größten Auftritt, dem Wunschkonzert im Heimatsaal, sei er schon ein bisschen nervös gewesen.

Mentor

Um die jungen Musiker bestmöglich zu betreuen, gibt es nun beim Musikverein ein Mentorkonzept. "Jedes Kind, das beginnt, bekommt einen Mentor. Sozusagen eine Kontaktperson für Eltern und Kinder. Einen Ansprechpartner für alles. Und die Kinder können sich ihren Mentor selbst aussuchen", erklärt Kapellmeister Kaiser. Der Mentor holt das Kind zu Hause für die Proben ab und bringt es auch wieder nach Hause. "Die jungen Musiker können alles fragen, wie die Eltern auch. Es soll eine absolute Vertrauensbasis da sein", meint Kaiser. Auch bei den Konzertreisen und Auftritten spiele der Mentor eine wichtige Rolle. Er übernimmt die Aufsicht über das Kind. "Wir wollen damit auch die Kommunikation zwischen Alt und Jung verbessern und ein Wir-Gefühl erzeugen. Das Konzept ist auf soziale Kompetenz aufgebaut", erklärt Kaiser. Und es funktioniere gut.

Auch auf die Ausbildung der Musiker wird großer Wert gelegt. Es werden Leihinstrumente und Unterrichtsmaterialien angeboten, und es gibt auch Workshops mit externen Referenten. Das Engagement trägt Früchte, denn der Musikverein kann auf die Verleihung des Steirischen Panthers und des Robert Stolz-Preises verweisen.

Einen Teil der diesjährigen Feierlichkeiten macht die 40-jährige Freundschaft mit der Partnerkapelle Amtzell aus Deutschland aus. Diese Partnerschaft geht auf den Bassflügelhornisten Anton Zötsch zurück, der 1924 als Praktikant in Amtzell tätig war und bei der dortigen Musikkapelle mitspielte. Die Verbindung wurde wieder aufgenommen und 1972 waren die Kammerner zum ersten Mal Gäste in Amtzell. Im Laufe der Jahre hat sich eine echte Freundschaftsbeziehung entwickelt.

ANDREA WALENTA

FAKTEN

Das Jubiläumsblasmusikfest des Musikvereins Kammern findet am Samstag, dem 2. Juni, statt.

Die feierliche Eröffnung erfolgt um 14.30 Uhr.

Ab 15.15 Uhr: Gästekonzert der Musikkapelle Amtzell; ab 16.30 Uhr Gästekonzert des Musikvereins Traboch; 17.45 Uhr: Konzert der Jugendkapelle Fernitz; ab 19 Uhr Konzert Musikverein Eggersdorf.

Ab 21 Uhr spielt die Blaskapelle Triwanka auf.

Durch das Programm führt ORF-Moderator Daniel Neuhauser.

Ort der Veranstaltung: Pfarrhof Kammern. Bei Schlechtwetter im Heimatsaal Kammern. Eintritt ist eine freie Spende.

Dem Musikverein Kammern steht Josef Zötsch als Obmann vor. Als Kapellmeister fungiert Martin Kaiser. Er dirigiert 38 Musikerinnen und Musiker.

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