Der Ambo als Teil des Altars
In der Pfarrkirche in Trofaiach wird heuer der Altarraum künstlerisch gestaltet. Der Entwurf des Grazer Architekten Herbert Gösselbauer wurde dabei einstimmig auserkoren.
Die Pfarre Trofaiach feiert heuer 550 Jahre gotische Pfarrkirche zum Heiligen Rupert. Anlass genug, um sich für das Jubiläumsjahr etwas Besonderes einfallen zu lassen. "Nach der Innen- und Außenrenovierung durch meine Vorgänger Ägidius Reiter und Franz Hirzabauer sowie der Errichtung der neuen Orgel wollen wir nun die künstlerische Gestaltung des Altarraumes in Angriff nehmen", erklärt Pfarrer Johannes Freitag.
Dem Volksaltar und dem Ambo wurde durch das Zweite Vatikanische Konzil vor 50 Jahren eine ganz besondere Bedeutung beigemessen, und diese möchte man mit dem neuen Altarraum auch unterstreichen. Denn bisher war dieser mit einer Grabplatte eher als Provisorium zu betrachten.
Suche
Einfach haben es sich die Verantwortlichen, Pfarrer Freitag und das Altarraumkomitee mit Helmut Schrotthofer sowie die Diözesankommission für Liturgie und Kunst, mit ihrem Vorhaben nicht gemacht. Auf der doch etwas länger dauernden Suche nach einem passenden Entwurf ist man auf den Grazer Architekten und Designer Herbert Gösselbauer gestoßen, der im Hafninger Laintal mit der Falzberger-Kapelle für positives Aufsehen sorgte (wir berichteten).
Ohne Erklärung
Gösselbauer präsentierte nun seinen Entwurf des Altarraumes. "Mir war es wichtig, etwas Klares zu machen, was jeder ohne Erklärung versteht. Es muss der Liturgie entsprechen, der Gemeinde und ihren Menschen", erklärt der Architekt. Er habe viel vor Ort recherchiert und dabei habe sich herauskristallisiert, dass Trofaiach und die Region auf einem Schatz von Gesteinsvielfalten liegen. "Für mich war daher klar, dass ich als Hauptmaterial für den Altar und den Ambo Stein aus der Region verwenden werde", so Gösselbauer. Konkret sind es drei verschieden farbige Steine: Marmor, Magnesit und Dolomit. Der Altar, der Tisch des Herrn, besteht aus zwölf gleich großen Elementen, ein Element daraus bildet den Ambo, den Tisch des Wortes. Der Weg vom Altar zum Ambo weist ebenfalls einen starken regionalen Bezug zur Eisenstraße auf. Altar und Ambo sind mit einem Metallband, in dem zwölf Rillen eingefräst sind, verbunden. Pfarrer Freitag sieht in dieser künstlerischen Gestaltung auch einen Bezug zu kirchlichen Grundanliegen. "Der Entwurf ist schlicht und einfach, aber er geht in die Tiefe", so Freitag. Die drei Steine würden die politischen Gemeinden des Pfarrverbandes symbolisieren. Der Ambo, der ein Teil des Altars ist, symbolisiere auch die Offenheit der Kirche für alle.
Features
FAKTEN
Die Kosten für den Altarraum belaufen sich auf 60.000 bis 70.000 Euro.
Franz Leitner, Pfarrer Johannes Freitag und Helmut Schrotthofer bemühen sich nun, die Finanzierung des Projektes zu sichern. Und zwar durch eine Bausteinaktion und durch Spenden auf das Konto "Altarraum 2012"; BLZ: 38 460, Kontonummer: 300010587.
Am Sonntag, dem 3. Juni, wird Diözesanbischof Egon Kapellari im Rahmen des Dreifaltigkeitsfestes den neuen Altar weihen.
Der Altarraum wird anlässlich des Jubiläums 550 Jahre gotische Pfarrkirche zum Heiligen Rupert neu gestaltet.








