Kraftvolle Partie mit jeder Menge Gespür
Die Trofaiacher Band Phi hat im Juli ihr erstes Album veröffentlicht. Sie sind zurzeit das Rock-Aushängeschild des Bezirks. Sänger Markus Bratusa bangt aber um die Leobener Musikszene.

Foto © Jürgen Fuchs
Im Mai haben Phi den steirischen Newcomer Wettbewerb gewonnen. Im Juli haben sie ihr erstes Album aus Eigenproduktion veröffentlicht. Die Kritiken für die CD "For the Love of Ghosts" sind fast durchwegs sehr gut, vergangenen Sonntag war sie "CD der Woche" in der Kleinen Zeitung. "Kaum zu glauben, dass dieses Triumvirat aus der Steiermark kommt", schrieb Bernd Melichar. Die Lieder und der Klang der drei jungen Herren Markus Bratusa, Arthur Darnhofer-Demàr und Nick Koch werden fast überall als "international" bezeichnet.
Sänger Bratusa glaubt zu wissen, woher diese Annahme kommt: "Das ist der gewisse Perfektionismus, den wir haben. Bei der Produktion und beim Arrangement vergleichen wir uns immer mit internationalen Bands. Wie würden sie es machen? Würden sie sich damit zufriedengeben?"
Dieser Perfektionismus hat ihnen sehr gute Rezensionen eingebracht. "Die waren super bis jetzt. Von zehn waren zwei mittelmäßig und der Rest zwischen gut und sehr gut", freut sich Bratusa. Die positive Kritik kommt nicht von irgendwo. Musikalisch sind sie topfit. Und trotzdem versuchen sie, noch besser zu werden. Alle drei studieren Jazz und Popularmusik in Eisenstadt, jeder mit Spezialisierung auf sein Instrument.
Trofaiacher Wurzeln
Ihre Wurzeln haben Schlagzeuger Koch und Sänger Bratusa in Trofaiach. Diesen bleiben sie auch treu. "Wir wenden uns sicher nicht ab. Wir haben das Gefühl, dass die Trofaiacher stolz auf uns sind. Und das freut uns." Für die CD-Produktion haben sie auch drei Sponsoren aus ihrer Heimat gefunden. Das Album wurde zwar von ihnen selbst produziert, die CD-Pressung musste aber finanziert werden.
Das Album ist, wie es zur Musikrichtung "Progressive Rock" passt, sehr atmosphärisch. Da steckt ein Konzept dahinter, das Bratusa erklärt: "Das ist eine sehr persönliche Geschichte. Es geht um die Verarbeitung einer harten Zeit. Das Album hat die emotionale Befreiung als Botschaft, für mich und den Hörer. Es geht darum, dass die negativen Seiten im Leben einfach dazugehören." Das letzte Lied sei dann die Erkenntnis, dass jeder irgendwann seine schlechten Erfahrungen alleine machen muss. "Trennungen gehören einfach dazu", sagt er.
Mit dem Album im Gepäck sind sie zurzeit fleißig unterwegs. Bratusa beschreibt einen ihrer Auftritte so: "Wenn die Atmosphäre passt, vertiefen wir uns in die Lieder. Die Leute sollen die Lieder spüren. Das ist immer eine kraftvolle Partie. Wir wollen die Leute entführen und verschiedene Stimmungen hervorrufen." In Leoben kann man sich von Phi am 28. November im LCS in eine andere Welt entführen lassen.
Keine Szene mehr
Sonst gebe es nicht allzu viele Möglichkeiten für kleinere Bands, in Leoben aufzutreten, meint Bratusa. "Die Leute vom Stellwerk, vom Spektrum und vom Nethouse sind total bemüht. Aber es kommen zu ihnen auch nicht zu viele Leute gerannt, was auch das Problem des Kulturkellers KuKe war." Warum kommen keine Leute? "Die Jugend zieht's in die ganzen Tanzschuppen. Sie haben kein Interesse mehr für selbst gemachte Musik. Weil auch keine Abwechslung da ist. Und keine Szene. Früher hat es in Leoben wenigstens eine Metalszene gegeben", erzählt er.
Und was kann man dagegen tun? "Es wäre vielleicht schön, wenn die Politik gezielter etwas tun würde. Sie machen zwar vor Wahlen etwas, aber danach ist dann wieder Flaute." Jugendzentren sollten besser unterstützt werden. Und die Stadt solle hin und wieder eine größere Hauptband holen und die Lokalbands mitspielen lassen. "Es würde uns freuen, wenn da etwas in Bewegung kommt. Es gibt Bands mit Potenzial. Ich bin gespannt, was da noch passiert."








