"Den Schatz der Kirchenmusik hochhalten"
Martin Österreicher (30) aus Leoben ist Stadtpfarrorganist. Seit sechs Jahren unterrichtet er das Fach Orgel an der Kunst- und Musikschule.

Foto © SchöberlMartin Österreicher aus Leoben ist Organist der Stadtpfarre St. Xaver und unterrichtet auch an der Kunst- und Musikschule Leoben
Voller Leidenschaft ist Martin Österreicher, wenn er über seinen Beruf spricht. Der 30-Jährige Leobener hat schließlich auch sein Hobby zu seinem Beruf gemacht. Er ist Organist in der Stadtpfarre St. Xaver und Musikschullehrer an der Kunst- und Musikschule Leoben (siehe Infokasten). "Ich habe den schönsten Arbeitsplatz der Welt. Auf der Orgelempore, in einem schönen Kirchenraum", schwärmt er.
Er begleite die Menschen mit seiner Musik durch das komplette Kirchenjahr. "Auch, was die Sakramente betrifft. Ich begleite die Menschen durch ihr Leben - von der Taufe über die Firmung, die Hochzeit bis hin zum Requiem. Das erzeugt eine irrsinnige Spannung in meiner Arbeit", so Österreicher. Er hat alle Aktivitäten eines Jahres zusammengezählt: "Ich bin auf 250 gekommen. Das ist nicht gerade wenig." Österreicher ist mit Leib und Seele Organist und legt Wert auf höchste Qualität: "Ich möchte den Leuten jedes Mal etwas Besonderes bieten."
In den vergangenen Jahren habe sich in und um Leoben eine Menge in Sachen Kirchenmusik getan: "Leoben hat eine wunderbare Orgellandschaft." So hat St. Xaver eine neue Chororgel, eine restaurierte Emporenorgel mit völlig neuem Innenleben: "Aber auch Göss und Waasen sowie Trofaiach haben tolle Orgeln", hebt Österreicher hervor.
Bespielen
Und diese sollen bespielt werden: "Wir haben heuer das zweite Mal den Orgelzyklus. Es spielen viele großartige Organisten, bei einigen habe ich selbst studiert, viele kenne ich persönlich", so Österreicher. So geben heute, Sonntag, Dalia Jatautaite (Orgel) und Rita Preiksaite (Gesang) aus Litauen ein Gastspiel in St. Xaver. Beginn ist um 18 Uhr. "Organist Johann Trummer hat sich besonders dafür eingesetzt, dass die beiden Orgeln in die Stadtpfarre gekommen sind. Er hat alles mitgeplant", so Österreicher. Und Josef Hofer, früher Referatsleiter für Musikschulwesen in der Landesregierung, gab als Organist im Rahmen des Orgelzyklus in Leoben ein Gastspiel: "Hofer hat im Jahr 2005 das Orgelprojekt mit den Musikschulen Leoben, Murau und Bad Waltersdorf möglich gemacht."
Und an der Kunst- und Musikschule Leoben unterrichtet Österreicher seit knapp sechs Jahren das Fach Orgel: "Wir haben in etwa immer zehn Schülerinnen und Schüler. Das Schöne daran ist, dass viele bereits in ihrer Pfarre spielen. Das ist auch das Ziel, dass die Leute hinausgehen und die Kirchen bespielen." Auch Organisten, die sich fortbilden wollen, können das bei ihm tun. "Ich freue mich über jeden Schüler. Als Lehrer geht es mir darum, Begabungen zu entdecken, zu fördern und vor allem Freude an Musik zu vermitteln." Und als Kirchenorganist gehe es ihm darum, den Schatz der Kirchenmusik hochzuhalten und diese wichtige Tradition zu pflegen. Durch die Zusammenarbeit zwischen Kirche und Musikschule ergebe sich für beide Seiten ein Gewinn.
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Kommentar
FAKTEN
Martin Österreicher ist in Leoben geboren und 30 Jahre alt.
Seit Oktober 2004 Stadtpfarrorganist in Leoben-St. Xaver.
Seit September 2005 Musikschullehrer in Leoben.
Fächer: Klavier und Orgel.
Matura am BG/BRG Leoben Neu.
Studium der Kirchenmusik sowie der Instrumental-Gesangspädagogik für Klavier und Orgel.
Konzertfach Orgel.
Abschluss im Jahr 2007.
Im Jahr 1999 absolvierte Österreicher selbst an der Kunst- und Musikschule Leoben die erste Abschlussprüfung im Fach Klavier.
Und zwar in der Klasse von Peter Weniger.
Österreicher ist verheiratet mit Jasmin und hat einen zweijährigen Sohn - Maximilian.








