Langer Weg zum neuen Altar
Mitglieder der Trofaiacher Pfarre setzen sich gegenwärtig intensiv mit der Neugestaltung des Altarraumes in der Rupertikirche auseinander.
Nächstes Jahr feiert die Pfarre Trofaiach 550 Jahre Gotisierung der Rupertikirche. Jubiläen dieser Art sind oftmals Anlass, im Vorfeld etwas Besonderes in Angriff zu nehmen und ein Zeichen der Erneuerung zu setzen. So auch in der Pfarre Trofaiach.
Pfarrgemeinderat und Wirtschaftsrat haben beschlossen, den Altarraum der Rupertikirche künstlerisch umzugestalten. Um dieses Ziel umsetzen zu können, wurde ein Altarraumkomitee mit Helmut Schrotthofer als Vorsitzendem gegründet.
Seit geraumer Zeit läuft nun in der Pfarre Trofaiach eine Entscheidungsfindung, wie der neue Altarraum aussehen könnte. Bei der Entscheidung mit dabei sind Vertreter der Diözese, des Bundesdenkmalamtes, Pfarrer Johannes Freitag, Christa Sauer, Vorsitzende des Pfarrgemeinderates und Helmut Schrotthofer. "In Form eines künstlerischen Wettbewerbs beschäftigen sich bereits vier Künstler mit Altar, Ambo und Sessio", erklärt Schrotthofer. Der Altar als Tisch des Brotes, Ambo als Tisch des Wortes und Sessio mit Sitzgelegenheiten für Priester und liturgische Rollenträger. "Neben den Künstlern Peter Manhal und Susanne Sehn-Baumhakel sind auch zwei aus der Region mit dabei. Der Trofaiacher Ewald Zisler und der Niklasdorfer Georg Brandner", so Schrotthofer.
Etwa 40 Interessierte der Pfarre Trofaiach machten sich nun bereits zu einer zweiten Altarraumtour nach St. Margarethen bei Lebring und Groß St. Florian auf, um sich moderne Altarräume anzusehen. In St. Margarethen bei Lebring zeichnet die Künstlerin Sehn-Baumhakel für den Altarraum verantwortlich. Vater Alexander Baumhakel erklärte den Trofaiachern Hintergründe für die Gestaltung. "Es war Vorgabe, einen Stein aus der Umgebung zu verwenden", meinte er.
Heimisches
Wunsch der Trofaiacher ist es, dass ein Modell zum Zug kommt, das ebenfalls heimische Materialien zur Grundlage hat. "Wir denken an Gestein aus dem Rötz- oder dem Gössgraben", meint Schrotthofer. Und Pfarrer Freitag spricht auch von Holz und Metall, die auch Zeichen für die Region seien. Der Altar in St. Margarethen fand bei den Trofaiachern wegen seiner Symbolik, zwölf Rillen für die zwölf Aposteln beim Abendmahl und dem Ambo mit vier Rillen für die Evangelisten, Gefallen.
Ambivalenz
Doch noch mehr angetan zeigten sich viele vom Altarraum in Groß St. Florian, gestaltet vom Künstler Peter Reitmayr. Von seiner Größe und Anlage her ist er mit dem Trofaiacher Altarraum vergleichbar. Pfarrer Martin Waltersdorfer erklärte den hellen Steinaltar und in Ambivalenz dazu den schwarzen, leichten Ambo, der gleich einem Buch aus Kunststoff gestaltet wurde.
Wie Schrotthofer erklärt, sei es auch Vorgabe der Diözese, dass der Volksaltar ein Zeichen der Gegenwart sein solle und nicht dem historischen Stil der Kirche angepasst werde. Anfang Mai sollen die Projekte der Künstler vorgestellt werden, dann soll eine Entscheidung fallen, denn bereits am 22. April 2012 ist die Weihe des neuen Altarraums durch Bischof Egon Kapellari geplant.
Features
FAKTEN
In der Diözese Graz-Seckau wird seit mehr als 30 Jahren die Umgestaltung historischer Kirchenräume für die neue Liturgiefeier umgesetzt. Dabei geht es um einen neuen Feierraum neben dem Hochaltar. Mit Altar (Eucharistiefeier), Ambo (Verkündigung der Heiligen Schrift) und dem Sessio (Sitzgelegenheiten für Priester und Ministranten).
In Trofaiach wird nun anlässlich der 550-Jahr Feier zur Gotisierung der Rupertikirche 2012 ein neuer Altarraum gestaltet.
Dazu wurde ein Altarraumkomitee gegründet, dem Helmut Schrotthofer vorsteht.
In Form eines künstlerischen Wettbewerbs wird ein Siegermodell erkoren. Mit Ewald Zisler und Georg Brandner kommen zwei Künstler aus der Region.
Sobald das Modell feststeht, wird ein Spendenkonto eingerichtet. Geweiht werden soll der Altarraum im April nächsten Jahres von Diözesanbischof Egon Kapellari.







