"Das ist einfach nicht mehr auszuhalten"
Anrainer der Trofaiacher Langefelderstraße äußerten einmal mehr und mit Nachdruck ihren Unmut über das hohe Lkw-Aufkommen.
Das ist hier kein Leben mehr. Dreck, Ruß und Lärm. Es ist einfach nicht mehr auszuhalten. Hier muss sich etwas ändern." Die Anrainer der Trofaiacher Langefelderstraße sind sich einig und ihre Geduld ist erschöpft. Seit Jahren haben sie mit extrem starkem Lkw-Verkehr durch dicht bewohntes Gebiet in Trofaiach-West zu kämpfen. Bisher ohne Erfolg.
Ihrem Unmut machten sie einmal mehr bei einer Besprechung mit Bürgermeister Mario Abl vor Ort Luft, weil die Belastung in den vergangenen Wochen noch beträchtlicher geworden sei. Grund für das hohe Lkw-Aufkommen ist eine Bodenaushubdeponie in der angrenzenden Gemeinde Gai. Diese Deponie, die behördlich genehmigt ist, wird mit Aushubmaterial, das von größeren Baustellen mittels Lkw angekarrt wird, befüllt. "Wir haben 55 Lkw in der Stunde gezählt. 150 bis 200 Lkw täglich", so die Anrainer. Wobei hier anzumerken ist, dass nicht alle Lkw zur Deponie fahren, da auch andere Transportunternehmer die öffentliche Straße benützen.
Verständnis
Bürgermeister Abl versteht den Unmut der Bevölkerung gut und versucht auch, Abhilfe zu schaffen. Allerdings habe er als Bürgermeister keinen Einfluss auf den fließenden Verkehr, wie er betont. Dieser obliege der Bezirkshauptmannschaft. Alles, was er machen könne, ist die Einfahrtssituation von Gai nach Trofaiach und umgekehrt zu entschärfen, um die Geschwindigkeit der Fahrzeuge in den Griff zu bekommen. So wurde bereits eine 30er-Zone erlassen, und es wird eine Verkehrsinsel errichtet. Die Anrainer nennen das "reine Alibiaktionen", die am Problem selbst nichts ändern. "Wir wollen nun auch die Straße von der Montana zur Fichtengasse gemeinsam mit der Gemeinde Gai sanieren, damit die Schlaglöcher wenigstens wegkommen. Ein Gespräch mit Bürgermeister Prentler gibt es heute", so Abl.
Keine Alternative
Es gibt zwar eine zweite Möglichkeit der Befahrung über die Gössgrabenstraße, allerdings liegen dort das Seniorenheim und die Hauptschule. Daher ist auch das keine Alternative und eine andere straßentechnische Lösung gibt es nicht, weil beim Bau der Umfahrung keine zusätzliche Auf- und Abfahrt berücksichtigt wurde. Wie Abl erklärt, seien bereits Gespräche am Laufen, in denen es um einen direkten Anschluss auf die Umfahrung gehe. Allerdings seien das Langzeitlösungen, die nicht von heute auf morgen umgesetzt werden können.
Bürgermeister Abl erklärte der aufgebrachten Bevölkerung, dass er schauen werde, ob der Bescheid und die Auflagen für die Deponie und den Schotterabbau, die von der Fachabteilung 13a der Landesregierung erlassen wurden, auch eingehalten werden. "Wir werden den Bescheid rechtlich hinterfragen. Auch wie er zustande gekommen ist und wie die Fahrbewegungen zu bewerten sind", so Abl. Man sei diesbezüglich schon mit der Fachabteilung 13a in Verbindung getreten.
Überprüfung
Das bestätigte gestern auf Anfrage Werner Fischer, Leiter der Fachabteilung 13 a. Man habe erst am Freitag der Vorwoche von dem Problem und den Beschwerden erfahren und werde sich dieser Sache rasch annehmen und überprüfen, ob der Bescheid eingehalten wird. Der Bescheid für die Befüllung der Aushubdeponie wurde am 1. Februar 2008 von der Fachabteilung 13a erlassen und besagt, dass die Deponie bis Ende 2027 mit 340.000 Kubikmetern unbedenklichem Material befüllt werden muss. Genehmigt sind 60 Fahrbewegungen pro Tag. 30 Fahrten hin, 30 zurück von Montag bis Freitag von 6 bis 20 Uhr, samstags von 6 bis 15 Uhr.
Gabriele Leitenbauer, KP-Vizebürgermeisterin, meinte beim Treffen vor Ort, dass man sich so eine Genehmigung nicht gefallen lassen könne, bei der die Gemeinde keinen Einfluss habe. Sie schlug vor, gemeinsam mit den Anrainern beim Land vorstellig zu werden.









