Steirer weiter im Asche-Chaos
Stornierte Urlaube, Irrfahrten durch Europa und abgesagte Konzerte. So erleben die Steirer das Chaos, das die Aschewolke verursacht hat.

Foto © David BauerEine einsame Check-in-Ankündigung unter lauter Stornierungen
Montagnachmittag am Grazer Flughafen: stornierte Flüge, leere Gepäckbänder, gelangweilte Gesichter. Auch die beiden Damen aus Fürstenfeld und Hartberg, die in der Eingangshalle warten, haben sich ihren Montagnachmittag anders vorgestellt: in Antalya am Strand und nicht am Flughafen mit "einem ordentlichen Grant". Samstag hätte es losgehen sollen. Dann wurde der Flug verschoben. "Wir sitzen seit sieben Uhr in der Früh hier. Jetzt werden wir bald heimfahren und uns das Geld rückerstatten lassen", so die Damen, die die Aschewolke mit Humor nehmen. "Balkonien ruft."
Die österreichischen Flughäfen sind zwar seit Montag wieder geöffnet, von Normalität ist aber noch nichts zu spüren. 18 Schüler der Peter-Rosegger-Hauptschule in Trofaiach, die nach einer Schulreise in London festsaßen, hatten hingegen Glück. Sie sind schon wieder in der Heimat angekommen. "Wir haben einen rettenden Engel gefunden. In unserer Jugendherberge logierte der Buschaffeur Franz Piewak aus Deutschland, der ebenfalls mit einer Schülergruppe unterwegs war", erklärt Lehrerin Helga Svazek. Bis Würzburg nahm der Fahrer sie mit, selbst den Anschlussbus von Würzburg nach Österreich organisierte der Mann.
Doch leider habe der rettende Engel nun mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen, wie Direktorin Christine Mugrauer berichtet. Das Problem: Er hat seinen Arbeitgeber nicht über sein Vorgehen informiert.
Einen Helfer dieser Art könnte übrigens auch Landesrat Siegfried Schrittwieser gebrauchen. Er sitzt nach einer Dienstreise noch immer in der irischen Hauptstadt Dublin fest.
Keine Probleme gab es seit der Ausbreitung der Aschewolke über dem europäischen Luftraum hingegen bei der Überstellung von Organen, die für Transplantationen freigegeben sind. Der einfache Grund: Es gab keine Angebote, dementsprechend auch keine Transplantationen in der Steiermark, wie Karlheinz Tscheliessnigg, Chefchirurg des LKH Graz berichtet.
Pech haben hingegen all jene, die sich auf das Graz-Konzert von Tenor Ian Bostridge und Pianist Julius Drake am Mittwoch in Graz gefreut hatten. Die Briten können ihre Reise nicht antreten.









