"Ich habe nicht über die Konsequenzen nachgedacht"
14-Jähriger überfiel in Trofaiach eine Frau: Er wurde wegen versuchten Raubes zu bedingter Haft verurteilt.
Er wirkt zerknirscht, wie er da vor Strafrichter Peter Wilhelm sitzt. Eine Kurzschlusshandlung sei es gewesen: "Ich habe nicht über die Konsequenzen nachgedacht", räumt der 14-jährige, bisher unbescholtene Trofaiacher ein. Im Februar hatte der Schüler versucht, einer Passantin Geld abzunehmen. Er hielt sie an der Jacke fest, die Frau wehrte sich, zog aus ihrer Handtasche eine Taschenlampe und verpasste ihm eine dicke Beule am Kopf. Daraufhin ließ der Bursche ab von ihr. Im Zuge der Ermittlungen war der Schüler schnell ausgeforscht, gab aber zuerst an, ein Bekannter habe die Tat begangen. Die Wahrheit kam schnell ans Licht.
Gestern musste sich der 14-Jährige vor einem Jugendschöffensenat am Straflandesgericht Leoben nicht nur wegen versuchten Raubes, sondern auch wegen Verleumdung verantworten.
Sofort bekennt sich der Schüler vollinhaltlich schuldig. "Haben Sie Angst bekommen, als die Polizei ermittelt hat und deswegen ihren Bekannten angelehnt?", fragt Richter Wilhelm den Beschuldigten. "Ja, und es tut mir auch leid", entgegnet dieser. Es sei nur um das Geld für eine Pizza gegangen, ein Freund habe ihn von der Tat abhalten wollen. "Da kann man doch auch die Mama oder den Papa fragen, wenn man Geld für eine Pizza braucht", meint Richter Wilhelm. "Eigentlich schon." Er wolle sich bei seinem Opfer entschuldigen, meint der 14-Jährige: Die Frau möchte ihm allerdings nicht mehr begegnen, nimmt den Wunsch aber positiv zur Kenntnis.
Es folgt ein klarer Schuldspruch: Sechs Monate Freiheitsstrafe, bedingt auf drei Jahre. Das Leumundszeugnis bleibt blütenweiß: "Wir wollen Ihnen die Zukunft nicht verbauen", so Richter Wilhelm, der betont, dass das milde Urteil die "erste und letzte Chance" gewesen sei. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.







