Aus Wut Wirtschaftsgebäude in Brand gesetzt
Sohn des Landwirts legte in Gai Feuer. Weil der 20-Jährige den Neubau mitfinanzieren sollte. Jetzt 150.000 Euro Schaden und Anzeige.

Foto © KLZ Digital/Erwin ScheriauDer 20-jährige Sohn brannte das Wirtschaftsgebäude aus Hass nieder
Alle dachten zuerst an einen Blitzschlag, der das Wirtschaftsgebäude in Gai (Bezirk Leoben) in der Nacht zum 22. August eingeäschert hatte. Doch im Zuge der Ermittlungen stellte sich heraus: Brandursache war kein Blitz, es war Brandstiftung, die den Jahrhunderte alten Stall vernichtet hatte.
"Der Stall war nicht mehr EU-gerecht, der Landwirt wollte deshalb neu bauen", berichtet ein ermittelnder Beamter der Polizei Trofaiach. Und angeblich soll er seinen 20-jährigen Sohn und dessen Bruder verpflichtet haben, für den Bau des neuen Stalls einen finanziellen Beitrag zu leisten. Vor allem beim 20-Jährigen, der einen anderen Beruf lernt und nicht Bauer sein will, stieß das Vorhaben auf Unmut. So kam es zur kriminellen Tat.
Nach einer Feier mit Freunden - und nach acht bis zehn Bier, wie der 20-Jährige später angab - ließ er sich mit dem Taxi heimfahren. Kaum ausgestiegen, sah er den alten, verhassten Stall. "Wenn der nicht wäre, müsste ich morgen nicht aufstehen und drin arbeiten", soll sich der junge Mann gedacht haben - dann steckte er die knochentrockenen alten Futtermittel im Gebäude mit einem Feuerzeug in Brand. Angeblich versuchte er wenig später noch selbst zu löschen, doch eine Windböe des Gewitters machte jeglichen Löschversuch zunichte.
So tat der Sohn, als ob er gerade heimgekommen wäre. Gemeinsam mit den Eltern holte er die beiden Schweine aus dem Stall und half dann beim Löschen - der 20-Jährige ist selbst Feuerwehrmann, allerdings erst zur Probe und von der Freiwilligen Feuerwehr der Nachbargemeinde noch nicht angelobt. Daraus wird jetzt wohl auch nichts: Ihm steht ein Prozess wegen Brandstiftung ins Haus. Durch das Feuer entstand übrigens ein Sachschaden von rund 150.000 Euro.








