"Es ist einfach ein Teufelskreis"
Gewerkschafter Christian Höllerbauer zu Volksbegehren und Postkrise.
Das Post-Volksbegehren läuft im Bezirk Leoben eher schlecht. Was könnte die Ursache sein?
CHRISTIAN HÖLLERBAUER: Mir liegt Leoben sehr am Herzen. Aber ich habe noch keine genauen Zahlen, daher kann ich noch nicht viel darüber sagen.
Einige Beispiele: In Trofaiach haben 25, in Leoben 72, in Eisenerz 22, in Kammern 58 Menschen und in Hieflau nur eine Person unterschrieben. Was sagen Sie dazu?
HÖLLERBAUER: Ich glaube es liegt an der Zeit. Jetzt haben die meisten Menschen Urlaub und sind verreist. Außerdem glaube ich, dass das Begehren noch nicht genug öffentlich gemacht wurde. Es sollte mehr in den Medien vorkommen. Aber die Politik wird sich schon etwas dabei gedacht haben.
Wie sehen Sie die Zukunft der Postämter in Leoben?
HÖLLERBAUER: Es gibt sicher noch eine Schließungwelle im Jahr 2011 und dann werden auch jetzt noch scheinbar sichere Ämter betroffen sein. Wie etwa Göss und Donawitz. Es ist ein Teufelskreis.
Ein Teufelskreis?
HÖLLERBAUER: Ja. Zuerst werden die Mitarbeiter von geschlossenen Filialen als Springer in anderen Ämtern eingesetzt. Das steigert die Personalkosten des anderen Postamtes. Es kommt zu einem Defizit. Das Postamt muss schließen.
Was wäre eine mögliche Lösung?
HÖLLERBAUER: Der neue Kollektivvertrag (Anm. Tritt ab 1. August in Kraft) muss im Postmarktgesetz verankert werden. Das ist ja auch ein Punkt, warum wir das Volksbegehren gestartet haben. Damit wären andere Firmen an den Kollektiv gebunden und müssten ihren Angestellten mehr zahlen. So wären tausende Arbeitsplätze gesichert.









