Gewalt reißt nicht ab: Gastwirt ausgeraubt
Die Räuber fesselten ihn, setzten ihm eine Pistole an und raubten ihn aus: Der Überfall auf einen Gastwirt in St. Stefan ob Leoben war die vierte Gewalttat in dieser Woche in der Steiermark.
Er hatte keine Chance: Der Gastwirt Arnold St. (50) wurde von zwei brutalen Verbrechern gefesselt und mit einer Faustfeuerwaffe bedroht. "Wenn du keinen Tresor hast, erschieß' ich dich", zischte einer der beiden Täter und drückte dem Opfer die Pistole ins Genick. Mit rund 16.000 Euro Bargeld, Schmuck und Uhren im Wert von über 10.000 Euro sowie vier Revolvern ergriffen die Räuber schließlich die Flucht.
Rottweiler begann zu bellen. Nur fünf Häuser stehen links und rechts der schmalen Straße, die in den Presnitzgraben (Gemeinde St. Stefan ob Leoben) hineinführt. Eines davon gehört dem Gastwirt. Dort wurde Arnold St. Donnerstag, gegen 18 Uhr, überfallen. "Ich habe den Hund in den Garten gelassen. Ich musste mich noch umziehen, dann wollte ich mit Nero spazierengehen", erinnert sich das Opfer. Plötzlich begann der Rottweiler zu bellen. "Ich öffnete die Tür, wollte nachsehen, was der Hund hat. Da sah ich den maskierten Mann mit der Waffe in der Hand."
Bargeld genügte nicht. Die Ereignisse überschlugen sich: Arnold St. wollte die Tür zuschlagen und sich dagegenstemmen. Die beiden Verbrecher waren stärker. Sie stießen ihr Opfer zu Boden, setzten ihm die Waffe an und verlangten Geld. Sie traktierten ihr Opfer über eine halbe Stunde lang. Arnold St. überließ den Räubern einige tausend Euro Bargeld. Doch das war ihnen zu wenig. Er musste ihnen auch noch den Tresorschlüssel aushändigen. Im Tresor fanden die Täter weiteres Bargeld sowie Uhren und Goldschmuck. "Insgesamt haben sie mir rund 16.000 Euro geraubt", sagt der Lokalbesitzer. "Auch der Schmuck und die Uhren sind mehrere tausend Euro wert."
Tageslosung im Haus. Das Geld sei für den Bau einer Sauna und einen Thailand-Urlaub bestimmt gewesen, versichert der ausgeraubte Obersteirer. Aber auch die Tageslosung habe er mit nach Hause genommen, weil in seinem Lokal in St. Michael schon einmal eingebrochen worden sei. "Ich dachte, zu Hause ist das Geld sicherer."
Gefesselt. Die Täter fesselten den Wirt mit Bademantel- und Hosengürteln sowie Strumpfhosen an einen Sessel, durchwühlten alle Räume. Gezielt dürften sie auch nach den Waffen des Opfers gesucht haben. Im Wohnzimmer fanden sie die vier Revolver, die in Alu-Koffern verwahrt waren. Dann erst verschwanden sie.
Nachbarin alarmierte dei Polizei. Um 18.30 Uhr sollte Arnold St. seine Frau im Lokal in St. Michael abholen. Als er nicht kam, rief die Gattin eine Nachbarin an und bat sie, nachzusehen. Sie ging hinüber zum Haus des Gastwirtes. Das Opfer bemerkte die Nachbarin vor dem Haus. Arnold St.: "Da habe ich um Hilfe gerufen. Die Hedwig ist hereingekommen und gleich wieder losgerannt, um die Polizei zu verständigen." Die hauseigene Telefonleitung hatten die mit Wollhauben maskierten Täter nämlich zerstört, das Handy des Opfer mitgenommen.
Streife war in der Nähe. Eine Streife der Polizei St. Michael war in der Nähe und daher rasch zur Stelle. St.: "Die Polizisten haben mich von den Fesseln befreit." Das Opfer vermutet, dass es sich um Täter aus Osteuropa handelt.
Hinweise. Die Ermittler Franz Kiedl und Erhard Stranegger vom Landeskriminalamt (Außenstelle Niklasdorf) schließen nicht aus, dass die Täter den Tatort genau ausgekundschaftet hatten. Hinweise über verdächtige Wahrnehmungen unter 0 59 133 6324.








