Noch kein höherer Zaun nach Hundeattacke
Vor einem halben Jahr übersprang ein Rottweiler den Zaun der Hundeschule St. Stefan, verletzte eine Frau schwer. Der Zaun wurde bis jetzt nicht erhöht.

Foto © SchöberlDiesen Zaun übersprang Rottweiler Arko im Oktober 2010
Den 24. Oktober 2010 werden Erika und Peter Petzner aus Kraubath wohl niemals vergessen: Bei einem Spaziergang in St. Stefan wurden die beiden von Rottweiler Arko angefallen, der kurzerhand den etwa 1,20 Meter hohen Zaun einer Hundeschule übersprang. Erika Petzner wurde damals schwer verletzt, auch Peter Petzner erlitt eine nicht unerhebliche Bisswunde.
Nach dem Vorfall wurde Rottweiler Arko ins burgenländische Kaisersteinbruch gebracht, wo ihn Hundeexperten des Bundesheeres unter Beobachtung halten. Obwohl der Betreiber der St. Stefaner Hundeschule der Gemeinde versprochen hatte, den Zaun erhöhen zu wollen, ist bis dato nichts geschehen. Das erzürnt Peter Petzner: "Es mag sein, dass es keine gesetzlichen Richtlinien gibt. Ich will, dass bei der Hundeschule in St. Stefan nichts mehr passieren kann, dass Spaziergänger den beliebten Weg neben der Hundeschule ohne Angst entlanggehen können", meint Petzner. Er habe in den vergangenen Monaten immer wieder geschaut, ob der Zaun erhöht worden ist: "Das ist bis jetzt nicht der Fall. Muss wirklich erst jemand sein Leben verlieren, bevor etwas gemacht wird? Mir reicht es", wettert Petzner. Man könne Obmann und gleichzeitig Betreiber der Hundeschule nicht aus der Verantwortung entlassen, aber auch die Gemeinde St. Stefan, meint der 53-jährige Kraubather. Die Rottweiler-Attacke habe seiner Familie nur Probleme beschert: "Meine Frau war fünf Tage lang im LKH Leoben, musste operiert werden. Der Hund hat ihr am rechten Unterarm den Muskel durchgebissen, am linken Arm im Bereich des Ellbogens das zweite Mal zugeschnappt. Als sie gestürzt ist, hat er sich in ihrem Oberschenkel verbissen. Es war wie in einem Horrorfilm", erinnert sich Petzner. Besonders psychisch habe der Vorfall seine Frau stark mitgenommen. Mehr als drei Wochen lang war Erika Petzner arbeitsunfähig, außerdem habe sie Praktikumsstunden in ihrer Ausbildung zur Diplomkrankenschwester versäumt. "Ich hoffe, dass sie das über den Sommer nachholen kann." Bis jetzt seien ihm Kosten im vierstelligen Bereich erwachsen und die Versicherung sei bis jetzt nicht bereit gewesen, sie zu begleichen.
Keine Handhabe
"Wir haben leider keine rechtliche Handhabe, die Erhöhung des Zauns bei der Hundeschule durchzusetzen. Der Betreiber hat sich bereit erklärt, den Zaun auf 1,80 Meter zu erhöhen. Aber in dem Maß, wie das mediale Interesse abgeflaut ist, scheint auch seine Bereitschaft abgenommen zu haben", erklärt Fritz Angerer, Bürgermeister von St. Stefan. Man habe den Betreiber sogar schriftlich aufgefordert, entsprechende Unterlagen für eine Erhöhung einzureichen, aber vergebens. "Es ist absolut im Sinne der Gemeinde, dass die Fußgänger dort in Sicherheit vorbeigehen können. Wir bekommen immer wieder Anfragen, warum noch nichts geschehen ist und ich kann den Leuten leider nur sagen, dass wir wegen dieser Gesetzeslücke rechtlich nichts tun können", so Angerer.







