Umstrittenes Murkraftwerk könnte Großprojekt werden
Investorengruppe erwägt, das geplante Wasserkraftwerk in St. Michael deutlich größer zu dimensionieren. Grüne orten im Projekt "Tabubruch".

Foto © KKDas Wasserkraftwerk bei St. Michael soll direkt hinter der Schnellstraßenbrücke errichtet werden
Weiter Wirbel um die Pläne für ein neues Murkraftwerk im Europaschutzgebiet bei St. Michael. Nachdem SPÖ-Bundesgeschäftsführer und Arbeiterfischereipräsident Günther Kräuter (SPÖ) zum umstrittenen Projekt eine parlamentarische Anfrage eingebracht hat, ziehen die steirischen Grünen nach. In einer schriftlichen Anfrage an die Landesräte Hans Seitinger (Gewässer, ÖVP) und Gerhard Kurzmann (Umwelt, FPÖ) will Klubobfrau Sabine Jungwirth wissen, wie "dieser Tabubruch" mit den Naturschutzrichtlinien der EU und dem Schutz des gefährdeten Huchen vereinbar sei.
Jungwirth verweist auf eine Studie der Boku Wien im Auftrag der Landesregierung. Die Fischökologen kamen darin im Vorjahr zum Urteil, dass ein Wasserkraftausbau an der Mur "den fischökologischen Zustand signifikant verschlechtern" würde, und warnen vor allem vor neuen Stauungen und Unterteilungen im Gewässerabschnitt zwischen Murau und Bruck.
Die Projektwerber von der Investorengruppe ENWA sind indes guter Dinge. Gibt es von Behördenseite grünes Licht, denkt man sogar an eine Vergrößerung des Projekts. Statt 9,3 Megawatt könnte die Anlage dann mehr als 15 Megawatt Leistung haben und damit in die Kategorie Großwasserkraft fallen, wie Geschäftsführer Wolfgang Missethon der Kleinen Zeitung bestätigt. Das Projekt müsste dann abermals alle Verfahren durchlaufen, eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) wäre nötig. Ob es aber wirklich so weit kommt, hängt zunächst vom Ausgang des laufenden Wasserrechtsverfahrens ab.








