Kraftwerksprojekt in St. Michael sorgt für Aufregung
Geplantes Murkraftwerk in St. Michael, im Bezirk Leoben, sorgt für Aufregung: Heftige Kritik kommt von den Grünen und den Umweltschützern.

Foto © Eder/Sujet
In der Steiermark dürften die nächsten Auseinandersetzungen um ein Kraftwerksprojekt - neben der geplanten Staustufe Puntigam in Graz - bevorstehen. In St. Michael in der Obersteiermark soll eine Gesellschaft - mit Beteiligung u.a. der Energie Steiermark AG - ein Kraftwerk an der Mur planen. Dies berichtete die "Kronen Zeitung" (Freitag-Ausgabe). Von diesem Vorhaben war bisher so gut wie nichts bekannt. Die steirischen Grünen orteten in dem Vorhaben einen "schweren Tabubruch, da das Kraftwerk in einem Natura 2000-Schutzgebiet liegen würde. Man wolle im Landtag dagegen vorgehen.
Die Enwa GmbH plant, "mit einer prognostizierten Leistung von 9,2 MW rund 10.600 Haushalte mit umweltfreundlichem Strom" versorgen. Laut Firmenbuch setzt sich die Enwa aus der Beteiligungskörperschaft Communia (10 Prozent) der Diözese Graz-Seckau, der Energie Steiermark AG (30 Prozent), der Envesta Energie- und Dienstleistungs GmbH (30 Prozent) des obersteirischen Benediktinerstifts Admont sowie den Stadtwerken Judenburg AG (30 Prozent) zusammen. Die Enwa kündigte am Freitag in einer Aussendung an, das Kraftwerks-Vorhaben in einer Pressekonferenz am Dienstag (6.12.) in St. Michael vorzustellen.
Kritik
Laut dem Steirischen Naturschutzbund würde bei einem Durchgehen des Projekts "in der Steiermark ein Präzedenzfall geschaffen" werden, so dessen Obmann Johannes Gepp in der Zeitung. Da die Leistung der Turbinen auch unter 15 MW liege, müsste auch keine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt werden, sondern nur eine naturschutz- und eine wasserrechtliche Bewilligung. Projektsprecher Wolfgang Missethon, auch Geschäftsführer der Envesta, hat nun für Dienstag eine Projektvorstellung angesetzt: "Wir sind sehr bemüht, die Auswirkungen auf die Ökologie so gering wie möglich zu halten," wurde er in dem Blatt zitiert.
Die Grüne Klubobfrau Sabine Jungwirth mutmaßte am Freitag, dass "dieses Projekt offensichtlich schnell durchgepeitscht werden soll, möglichst ohne viele Diskussionen." Man erinnere daran, dass es ja auch gelungen ist, einen Stopp des geplanten Kraftwerks Schwarze Sulm - ebenfalls in einem Natura 2000-Gebiet - zu erreichen. Nach massiven Protesten hatten sich Landwirtschaftsministerium und EU dagegen ausgesprochen. "Die Steiermark forciert auf Biegen und Brechen die Zerstörung ihrer letzten ökologisch wertvollen Flüsse und Bäche", so Jungwirth. Man werde die Kraftwerkspläne in St. Michael demnächst auch zum Landtagsthema zu machen.








