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Zuletzt aktualisiert: 24.07.2009 um 18:14 UhrKommentare

Lieder, von tiefer Emotion getragen

Simon Morokutti (68) aus Leoben ist Ehrenobmann des Vereins Steirerherzen Seegraben. Seit kurzem lotet er sein Talent aus, selbst eigene Volkslieder zu texten und zu komponieren.

Simon Morokutti aus Leoben

Foto © Andreas SchöberlSimon Morokutti aus Leoben

Wenn Simon Morokutti in die Tasten seiner Ziehharmonika greift und zu singen beginnt, erklingen Lieder, die von tiefer Emotion getragen werden. Als Holzschnitzer und als Erzeuger hölzerner Alphörner ist der 68-jährige Leobener bereits weithin bekannt. Auch das Musizieren begleitet den Ehrenobmann des Vereins Steierherzen Seegraben schon seit Jahrzehnten. Das Talent, selbst Volkslieder zu schreiben, lotet Morokutti allerdings erst seit knapp mehr als einem halben Jahr aus.

Lied im Kopf

Das Erleben der Naturschönheiten war der Zündfunke für das Schreiben und Texten von Volksliedern: "Ich bin im Herbst des vergangenen Jahres auf die Weiglmoaralm gegangen. Und auf einmal war der Text für ein Lied in meinem Kopf. Ich habe ihn aufgeschrieben und zu dem bekannten Schneealm-Lied gespielt. Das hat gut gepasst, und ich habe noch keine eigenen Melodien gehabt", erinnert sich Morokutti. Bald darauf habe er schon zu seinen Texten eigene Melodien komponiert: "Bei mir geht es darum, was ich empfinde. Das versuche ich in Musik zu fassen. Es ist schön, wenn man solche Texte schreiben kann, aber noch viel schöner, wenn man eine Melodie findet, die genau das ausdrückt, was man spürt." Da er sich das Harmonikaspielen vor mehr als 40 Jahren selbst nach Gehör beigebracht habe, habe er nie gelernt, Noten zu schreiben: "Da bin ich Viktor Fresner zu großem Dank verpflichtet, der mir meine Melodien in Noten festhält."

In einem bewegenden "Leobener Lied" hat Morokutti seine Liebe zur Montanstadt verewigt. Seit 1968 lebt der gebürtige Pinzgauer in der Steiermark, zuerst war er fünf Jahre lang in St. Michael zuhause. Für eine Trachtenhochzeit schrieb Morokutti ein Brautlied, das von der Schwierigkeit des Loslassens der Eltern erzählt - eindrucksvoll und ergreifend. "Ohne jeden Kitsch", betont Morokutti. Und damit hat er vollkommen Recht - seine Lieder sind frei von schwülstigem Pathos. Die Natur sei immer wieder Auslöser für seine kreativen Momente: "Oft schreibe ich vier Wochen lang nichts, und dann wieder ein Lied in einer halben Stunde."

Ein Höhepunkt für Morokutti: Vor kurzem nahm er am Tag des Volkslieds an einer Veranstaltung auf der Huggenberg Alm in Saalfelden teil: "Da habe ich gespielt und auf meine Heimat hinuntergeschaut."

ANDREAS SCHÖBERL

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